Frankreich beschließt Homo-Ehe

Französisches Parlament

Frankreich beschließt Homo-Ehe

Homosexuelle Paare dürfen in Frankreich künftig heiraten und Kinder adoptieren. Nach der Nationalversammlung bewilligte am Freitag auch der Senat ein umstrittenes Gleichstellungsgesetz der sozialistischen Regierung.

Hitzige Debatten und Demonstrationen im Vorfeld
Der Einführung der Homo-Ehe waren Massendemonstrationen und erbitterten Debatten im Parlament vorangegangen. Nach der Nationalversammlung stimmte am Freitag auch der Senat dem umstrittenen Gesetzestext der sozialistischen Regierung zu. Die Reform muss nun zwar noch in zweiter Lesung im Parlament endgültig verabschiedet werden, doch gilt dies als Formsache.

In einer Reihe von Ländern ist die Homo-Ehe derzeit schon möglich, in Österreich noch nicht. Die Niederlande führten als erstes Land die Homo-Ehe im Jahr 2001 ein.


Homo-Ehen in Europa - Überblick

Österreich:  Homosexuelle Paare dürfen in Österreich nicht heiraten. Seit 2010 ermöglicht die eingetragene Partnerschaft die staatliche Anerkennung der Beziehung. Die Paare erhalten damit mehr Rechte und Pflichten, wie etwa den Anspruch auf Pensionen oder Unterhaltszahlungen. Eine Gleichstellung mit der Ehe ist es aber nicht: Adoptionen oder künstliche Befruchtung sind per Gesetz verboten.

Homosexuelle Paare sollen aber nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ab dem kommenden Jahr Stiefkinder adoptieren dürfen.

Frankreich: Bisher gilt die seit 1999 eingeführte Lebenspartnerschaft für homosexuelle Paare, die sie etwa in bestimmten Steuer- oder sozialen Fragen mit heterosexuellen Paaren gleichstellt. Bei Erbschaften oder Adoption ist dies aber nicht der Fall. Nach dem Gesetzentwurf der Sozialisten soll künftig die vollständige Gleichstellung durch die Homo-Ehe und beim Adoptionsrecht sichergestellt werden.

Niederlande:
Als weltweit erstes Land wurde dort 2001 die standesamtliche Ehe auch Homosexuellen zugestanden, mit denselben Rechten und Pflichten wie für Heterosexuelle, darunter auch das Recht auf Adoption.

Belgien: Homosexuelle Paare haben praktisch dieselben Rechte wie Heterosexuelle. Die Ehe zwischen Gleichgeschlechtlichen ist dort seit 2003 erlaubt, die Adoption von Kindern seit 2006.

Spanien: Die Homo-Ehe ist seit Juli 2005 eingeführt. Auch die Adoption durch homosexuelle Paare - ob verheiratet oder nicht - ist erlaubt.

Schweden: Als Vorreiter beim Adoptionsrecht erlaubt das Land seit Mai 2009 homosexuellen Paaren, standesamtlich oder kirchlich zu heiraten. Seit 1995 bestand dort bereits die Möglichkeit zur eingetragenen Partnerschaft.

Dänemark:
Dort, wo als weltweit erstem Land 1989 die eingetragene Lebenspartnerschaft für Homosexuelle eingeführt wurde, ist die Homo-Ehe auch kirchlich seit Juni erlaubt. Das Verbot der künstlichen Befruchtung wurde schon 2007 aufgehoben, seit 2009 ist die Adoption für Homosexuelle erlaubt.

Großbritannien: Das britische Unterhaus stimmte Anfang Februar für die Einführung der Homo-Ehe. Dem Gesetzesvorhaben zufolge, dem das Oberhaus noch zustimmen muss, sollen sich Schwule und Lesben standesamtlich trauen lassen dürfen. Den meisten Kirchen wird freigestellt, ob sie die Homo-Ehe zulassen wollen, in der dominierenden Anglikanischen Kirche soll sie jedoch verboten bleiben.

Bisher gibt es in Großbritannien eine "bürgerliche Partnerschaft", die Homosexuellen seit 2005 dieselben Rechte bei Adoption, Erbschaft, Arbeit und Rente zugesteht wie Heterosexuellen.


Homo-Ehen weltweit

Als erstes Land in Afrika führte Südafrika im November 2006 die Ehe oder Partnerschaft für Homosexuelle mit Adoptionsrecht ein. Als erstes Land Lateinamerikas tat dies im Juli 2010 Argentinien, diese Woche folgte Uruguay dem Beispiel. In den USA und in Mexiko ist die Homo-Ehe jeweils nur in einigen Landesteilen möglich.

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