Frankreich will Horror-Lager schließen

Der Dschungel von Calais

Frankreich will Horror-Lager schließen

Die französischen Behörden wollen einen neuen Anlauf zur Schließung des Flüchtlingscamps in Calais nehmen. Das Lager solle in mehreren Schritten geräumt und abgebaut werden, wobei er "mit der größten Entschlossenheit" vorgehen wolle, sagte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve der Regionalzeitung "Nord Littoral" vom Freitag.

Noch in diesem Jahr sollten 8.000 weitere Unterkunftsplätze geschaffen werden, um die Flüchtlinge zum freiwilligen Verlassen des Lagers zu bewegen, sagte der Minister. Derzeit sei in Calais die Rekordzahl von 1900 Polizisten im Einsatz. 200 weitere sollten bald hinzukommen, um im Vorgehen gegen die illegalen Ärmelkanal-Überquerungen "den Kampf zu verstärken".

Cazeneuve äußerte sich kurz vor seinem Besuch in dem Lager, das im Volksmund auch als "Dschungel" tituliert wird. Die Behörden hatten schon mehrere Versuche unternommen, das Lager zu schließen.

7.000 bis 10.000 Menschen

Derzeit halten sich so viele Flüchtlinge wie noch nie in dem im Frühjahr 2015 entstandenen Camp am Ärmelkanal auf. Die Behörden schätzen ihre Zahl auf 7.000, Hilfsorganisationen gehen sogar von bis zu 10.000 aus.

Calais ist schon seit Jahren einer der Brennpunkte der europäischen Flüchtlingskrise. Die meisten Flüchtlinge in Calais hoffen, über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen, wo sie sich mehr Chancen auf ein besseres Leben ausrechnen.
 

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