Frauen nach Angriff auf Polizei getötet

Istanbul

Frauen nach Angriff auf Polizei getötet

In Istanbul sind nach einem Angriff auf eine Polizeistation zwei Kämpferinnen einer linksradikalen Gruppe getötet worden. Die beiden Frauen hatten am Donnerstagvormittag im Stadtteil Bayrampasa das Hauptquartier der Anti-Aufruhr-Polizei von Istanbul angegriffen.

"Kämpferinnen für Gerechtigkeit"
Nach einem Schusswechsel verschanzten sich die beiden Frauen in einer nahe gelegenen Wohnung, doch wurden sie bei der Erstürmung der Wohnung durch die Polizei getötet. Zu dem Angriff bekannte sich die verbotene linksradikale Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C), die seit Jahrzehnten immer wieder Anschläge auf die Polizei und andere Vertreter des türkischen Staats begeht. Demnach handelte es sich bei den Frauen um Cigdem Yaksi und Berna Yilmaz. Die Gruppe würdigte sie in einer Erklärung als "Kämpferinnen für Gerechtigkeit".

Polizeistation attackiert
Die beiden Frauen hatten am Vormittag mehrere Granaten auf die Polizeistation im Viertel Bayrampasa im europäischen Teil von Istanbul geworfen, doch waren sie nicht explodiert. Anschließend feuerten sie mit Gewehren auf die Polizei, die das Feuer erwiderte. Auf einem von den Medien verbreiteten Überwachungsvideo ist zu sehen, wie die Frauen mit automatischen Waffen auf einen Polizeibus schießen.

Bei dem Feuergefecht wurde eine der Angreiferinnen verletzt, woraufhin beide die Flucht ergriffen und sich in einer nahe gelegenen Wohnung verschanzten, wie die Nachrichtenagentur Dogan berichtete. Als die Polizei die Wohnung stürmte, wurden die beiden Attentäterinnen demnach getötet. Laut Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin wurden zwei Polizisten bei dem Gefecht leicht verletzt.

Immer wieder Anschläge
Die DHKP-C begeht seit den 70er-Jahren immer wieder Anschläge auf Polizisten, Soldaten, Beamte und Politiker sowie Vertreter von Konzernen und den USA. Im vergangenen August bekannte sich die linksradikale Gruppe zu einem Angriff auf Wachpolizisten vor dem Istanbuler Büro von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Bei dem Angriff wurde niemand verletzt.

Nach mehreren Anschlägen von Dschihadisten in den vergangenen Monaten sowie wegen des Konflikts mit den Kurden gilt in der Türkei erhöhte Alarmbereitschaft. Im Februar wurden bei einem Anschlag auf einen Militärkonvoi in der Hauptstadt Ankara 29 Menschen getötet. Zu dem Anschlag bekannten sich die Freiheitsfalken Kurdistans (TAK), eine Splittergruppe der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

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