Freiheit für Julian Assange

Wikileaks-Boss

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Freiheit für Julian Assange

Seiten: 12

Nach tagelangem juristischen Gezerre ist Wikileaks-Chef Julian Assange am Donnerstag gegen Kaution aus britischer Haft entlassen worden. Ein Londoner Gericht hatte zuvor eine Beschwerde gegen seine Freilassung abgelehnt. Der 39-jährige wird Weihnachten auf einem Landsitz in Ostengland verbringen.

Assange möchte Arbeit fortsetzen
Assange äußerte vor dem Gerichtsgebäude die Hoffnung, seine Arbeit fortsetzen und seine Unschuld beweisen zu können. Die schwedischen Behörden wollen den Australier wegen Vergewaltigungsvorwürfen befragen und seine Auslieferung erreichen.

Diashow Julian Assange in Freiheit
Julian Assange in Freiheit

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"Es ist toll, wieder die frische Londoner Luft zu atmen", sagte Assange vor dem High Court. Er dankte seinen Anwälten und Unterstützern in der ganzen Welt, die auch die Kaution für ihn bereitgestellt hätten. Assange hatte sich in der vergangenen Woche der Londoner Polizei gestellt und wurde aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen. Seine Freilassung wurde zunächst wegen eines fehlenden Wohnsitzes in Großbritannien abgelehnt, am Dienstag aber von einem Bezirksgericht im Londoner Stadtteil Westminster gebilligt.

Weihnachten auf dem Landsitz
Assange wird den Auflagen zufolge in den kommenden Wochen auf dem Landsitz Elligham Hall in der ostenglischen Grafschaft Suffolk verbringen, der einem seiner englischen Unterstützer gehört. Er muss sich täglich bei der Polizei melden, sein Aufenthaltsort wird elektronisch überwacht. Als Kautionssumme mussten 200.000 Pfund in bar beim Gericht hinterlegt werden. Hinzukommt eine Sicherheit von 40.000 Pfund - insgesamt eine Summe von umgerechnet 283.000 Euro.

Schreckliche Zustände in der Haftanstalt
Die vergangenen Tage verbrachte Assange im Londoner Gefängnis Wandsworth. Seine Anwälte beklagten, die Zustände in der Haftanstalt seien wie zu Zeiten des Schriftstellers Charles Dickens.

Bei der Anhörung argumentierte die britische Staatsanwaltschaft, aufgrund der Anschuldigungen gegen Assange bestehe Fluchtgefahr. Zudem habe er in Großbritannien kein soziales Umfeld. Die Verteidigung erklärte, Assange sei immer verfügbar gewesen und habe sich nie versteckt. Dass er flüchten werde, sei reine Spekulation.

Weitere Anklage unter Umständen möglich
Wegen der Veröffentlichung der Geheimdokumente prüfen US-Staatsanwälte einem Zeitungsbericht zufolge, ob es direkte Verbindungen zwischen dem mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning und Assange gab. Wie die "New York Times" berichtete, soll ermittelt werden, ob Assange den Gefreiten der US-Armee möglicherweise aktiv angestiftet habe, die Dokumente der US-Regierung an Wikileaks weiterzugeben. Sollte dies belegt werden können, sei eine Anklage gegen Assange wegen Verschwörung denkbar, meldete das Blatt weiter.

Assange fürchtet Auslieferung an USA
Der Wikileaks-Gründer fürchtet eine Auslieferung an die USA. "Ich habe keine Angst davor, nach Schweden ausgeliefert zu werden", sagte Assange kurz nach seiner Freilassung vor dem Londoner Frontline-Journalistenclub. Vielmehr fürchte er sich davor, an die USA ausgeliefert zu werden. 

Bis heute habe er keine Informationen zu den Beweisen bekommen, die in Schweden gegen ihn vorlägen, erläuterte Assange. Schweden hat die Auslieferung des 39 Jahre alten Australiers beantragt, weil ihm dort sexuelle Vergehen vorgeworfen werden. Assange und seine Unterstützer vermuten dahinter aber Bestrebungen der USA, ihn festzusetzen. Über seine Auslieferung soll erst im Jänner entschieden werden.

Staaten blockieren Wikileaks-Zugang
Unterdessen haben zahlreiche Staaten den Zugang zu den Wikileaks-Seiten sperren lassen. Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" kritisiert dies als unverhältnismäßig. Solche Maßnahmen "verletzen das Recht auf Informationsfreiheit", erklärte die Organisation am Donnerstag. So habe die US-Luftwaffe auch den Zugang zu Online-Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften wie "The Guardian", "Le Monde", "Der Spiegel" und "El Pais" sperren lassen. Die USA gerieten mit ihren Zensurmaßnahmen in die Nähe von autoritären Staaten wie China.

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