Fünf Höhlenkinder in Kolumbien befreit

Unglaublich

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Fünf Höhlenkinder in Kolumbien befreit

Aus jahrelanger Gefangenschaft in Erdhöhlen haben die kolumbianischen Behörden fünf Kinder befreit. Die armen Eltern hatten die Kinder dort eingesperrt. "Die Kleinen sind jetzt in einem Kinderheim und soweit wohlauf", sagte die Bürgermeisterin des kleinen Ortes María Ines Osorio am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. In der Nähe des Ortes nordwestlich von der Hauptstadt Bogotá waren die unterernährten und verwahrlosten Kinder im Alter von acht Monaten bis elf Jahren schon Mitte Mai entdeckt und gerettet worden. Die Tragödie wurde aber erst jetzt in der Hauptstadt bekannt.

Der Vater der Kinder soll Medienberichten zufolge seit einem Unfall unter psychischen Problemen leiden. Warum er und seine Frau die Kinder unter der Erde einsperrten, war zunächst unbekannt. Die Bürgermeisterin betonte, die Kinder seien offenbar in der Höhle geboren worden und nirgendwo registriert gewesen. Zur Schule seien sie noch nie gegangen.

Turmequé ist eine idyllische Kleinstadt etwa 150 Kilometer nordöstlich von Bogotá. Die Bürgermeisterin betonte, es handle sich um einen eindeutigen Fall der "Verletzung der Rechte der Kinder". Allerdings sei es nicht einfach gewesen, die Kinder in den Höhlen überhaupt zu finden. Der Vater habe sich in der Stadt als Lastenträger durchgeschlagen.

Die Kinder seien in zwei verschiedenen Höhlen gefunden worden: zuerst drei Kinder im Alter von acht Monaten, zwei und sechs Jahren, die wegen der Kälte eng aneinandergedrängt auf einigen Bretter gekauert hätten. In einer danebenliegenden Höhle seien dann die beiden etwa älteren Kinder im Alter von acht und elf Jahren gefunden worden, berichtete die Zeitung "El Tiempo".

"Weil sie noch nie Kontakt zur Außenwelt hatten, war es sehr schwierig, sie woanders hinzubringen und zu waschen", zitierte die Zeitung eine Mitarbeiterin der örtlichen Zivilschutzbehörde. "Als wir ihnen den Fernseher anschalteten, sind sie vor Angst weggelaufen", habe Alirio Garzón weiter erzählt. Eines der Kinder wurde wegen Unterernährung zeitweise in einem Krankenhaus behandelt.

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