Terrorismus

Geistlicher fordert Sturz von Iraks Regierung

Der einflussreiche schiitische Geistliche Muktada al-Sadr hat zum Sturz des irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi aufgerufen. Abadi führe eine "Regierung der Korruption", sagte Sadr am Freitag. Seinem Protestaufruf folgten etwa 200.000 Menschen, die sich nahe des Regierungs- und Diplomatenviertels in der Hauptstadt Bagdad versammelten.

Ende der Korruption
Sie forderten Reformen, eine bessere staatliche Versorgung und ein Ende der Korruption. Sadr warf der Regierung vor, den Irak an den Abgrund geführt zu haben und forderte die Einsetzung unabhängiger Experten. Sein Bündnis Al-Ahrar verfügt selbst über drei Kabinettsposten.

Juristische Hürden
Regierungschef Abadi hatte im vergangenen Jahr nach Massenprotesten Reformen in Politik und Wirtschaft versprochen. Er traf aber bald auf juristische Hürden und eine allgemeine Ablehnung von Veränderungen. Im Februar kündigte er schließlich die Ernennung von Experten als Minister an. Das Versprechen hat er nicht gehalten. Der Irak hat nicht nur mit Korruption, sondern auch mit dem gesunkenen Ölpreis zu kämpfen. Zudem beherrscht die Extremistenmiliz IS noch immer weite Landesteile im Westen und Norden.

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