Gipfel 
in Wien als

Syrienkrieg

Gipfel 
in Wien als "Weg aus der Hölle"

Am Donnerstagnachmittag begrüßte Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) bereits seinen US-Amtskollegen John Kerry in Wien. Heute tagt schließlich der Syriengipfel im Hotel Imperial an der Ringstraße. Mit dabei sind Außenminister aus 18 Ländern, darunter die Supermächte USA und Russland, die einen „Weg aus der Hölle“ suchen, wie Kerry meinte.

Konkret versuchen die Verhandler zum zweiten Mal innerhalb einer Woche – eine kleinere Runde hatte sich bereits am vergangenen Freitag in Wien versammelt –, den seit vier Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien zu beenden. „Die Zusammensetzung der Runde ist bereits ein Erfolg“, meint Kurz im Gespräch mit ÖSTERREICH.

Iran und Saudi-Arabien erstmals an einem Tisch
Tatsächlich: Die Erzfeinde Saudi-Arabien und Iran nehmen zum Thema Syrien erstmals an einem Tisch Platz: Saudi-Arabien unterstützt im Syrienkrieg die Rebellen seit 2011, der Iran hingegen schickt seine Milizen seit Jahren Diktator Baschar al-Assad nach Syrien zu Hilfe. In Wien wollen die Verhandler nun den gordischen Knoten lösen. Aber auch zwischen den USA und Russland liegen in der Syrienfrage Welten: Wladimir Putin hat erst unlängst Assad im Kreml empfangen und leistet ihm auch militärische Schützenhilfe. US-Präsident Barack Obama hingegen will Assads Sturz.

Beim Gipfel dabei sind auch die Außenminister Frankreichs und Deutschlands sowie die EU-Außenbeauftragte. Immerhin ist die Flüchtlingskrise eine Folge des Syrienkriegs.(Isabelle Daniel)

Analyse von Hugo Portisch
Hugo Portisch (neuer Bestseller: „Aufregend war es immer“) zur Syrienkrise:„Man kann den Islamischen Staat ausschalten, indem Amerika und Europa zu einem gewaltigen Militärschlag ausholen – was aber offenbar nicht funktioniert. Oder man peilt die große diplomatische Lösung an. Und die kann nur in einer großen Konferenz, wie jetzt dem Wiener Gipfel, gefunden werden, wo neben den Großmächten auch Syriens wichtigste Nachbarn, wie die Iraner und die Saudis, an einem Tisch zusammensitzen. Und dann bedarf es natürlich noch einer entsprechenden Kompromissbereitschaft. Denn die entscheidende Frage lautet: Kann man sich auf eine – temporäre – Mitwirkung Assads in einer Übergangsregierung einigen oder nicht? Das scheint mir die entscheidendste Frage.“

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