Griechenland: Angst vor Staats-Bankrott wächst

EZB verweigert Banken Geld

Griechenland: Angst vor Staats-Bankrott wächst

In Griechenland geht die Angst um: Das politische Chaos, die Aussicht auf einen Austritt aus der Euro-Zone und eine drohender Staatsbankrott veranlasste zahlreiche Bürger zur Räumung ihrer Konten. An einem einzigen Tag seien etwa 800 Millionen Euro abgehoben worden, sagte Präsident Karolos Papoulias.

EZB stoppt Gelder für vier Banken
Die Europäische Zentralbank (EZB) lieh mehreren angeschlagenen griechischen Banken kein Geld mehr. Bei insgesamt vier Instituten soll das Kapital bereits so sehr aufgezehrt sein, dass sie mit negativem Eigenkapital arbeiten würden. Wie die Nachrichtenagentur Market News International (MNI) berichtet, handelt es sich dabei um kleinere Institute, die keine ausreichenden Sicherheiten mehr aufbringen können, um sie bei der EZB als Pfand für Zentralbankgeld zu hinterlegen.

Übergangsregierung
Wenn eine neue Regierung steht und sich diese zu einem Verbleib in der Euro-Zone bekennt, würde sich die Lage stabilisieren. Doch zunächst muss Griechenland mit einer Übergangsregierung vorliebnehmen, unter der Leitung des wenig bekannten Vorsitzenden des Obersten Verwaltungsgerichts, Panagiotis Pikrammenos. Politische Entscheidungen wird er keine treffen können. Seine einzige Aufgabe ist es, das Land in einem Monat in die Wahl zu führen.

Was bringen die Neuwahlen?
Umfragen zufolge dürften dann erneut Kritiker des harten Spar-und Reformkurses zulegen, den Griechenland von der EU und dem Internationalen Währungsfonds vorgeschrieben bekommen hat. Bereits am 6. Mai hatten die extremen Parteien am linken wie am rechten Rand gemeinsam nahezu zwei Drittel der Stimmen erhalten. Jetzt kann sich laut dem Institut VPRC die Linksallianz SYRIZA Hoffnungen machen, mit etwa 20 Prozent stärkste Fraktion zu werden. Die Unterstützer des Sparkurses würden dagegen verlieren: Die konservative Neue Demokratie und die sozialistische PASOK kämen zusammen auf nur etwa ein Viertel der Stimmen. Die beiden Parteien hoffen, das Ruder doch noch herumreißen zu können, indem sie die Wahl zum Referendum über den Euro erklären - denn immerhin wollen fast 80 Prozent der Griechen die Gemeinschaftswährung behalten.

Weltbank-Chef warnt vor Domino-Effekt
Weltbank-Chef Robert Zoellick verwies darauf, dass eine Abkehr Griechenlands vom Euro vor allem auch unabsehbare Folgen für die schuldengeplagte Länder Spanien und Italien haben könnte.

Drastischer wurde Kanadas Finanzminister Jim Flaherty. Die Europäer sollten die Euro-Zone komplett aufgeben, wenn sie nicht willens seien, mehr zur Unterstützung der Mitgliedstaaten zu tun, sagte er wenige Tage vor einem G-8-Gipfel dem Sender CTV. "Sie müssen das Richtige tun und etwas Geld ihrer Steuerzahler in die Hand nehmen, um ein paar der schwächeren Mitglieder der Euro-Zone rauszuschlagen. Oder sie müssen sich von der Euro-Zone abwenden und einfach sagen, das war ein Experiment, das nicht funktioniert hat."


 



 

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