Großes Risiko

Größte japanische Atomanlage liegt auf geologischen Bruchstellen

Die größte Atomanlage Japans könnte möglicherweise wegen in der Nähe befindlicher geologischer Bruchstellen dauerhaft stillgelegt werden. Auf Grundlage der von der neuen Atomregulierungsbehörde festgelegten Richtlinien würden die Sicherheitsstandards für alle Atomanlagen des Landes neu bewertet, sagte ein Behördenvertreter am Freitag. Der größte Atomkomplex Kashiwazaki-Kariwa, der über sieben Reaktoren verfügt, liegt teilweise auf geologischen Bruchstellen, die nach den neuen Sicherheitsnormen als aktiv betrachtet werden könnten.

Bei dem Eigentümer der Anlage handelt es sich um Tokyo Electric Power (Tepco), der auch das Atomkraftwerk Fukushima betrieb, in dem sich 2011 nach einem Erdbeben Erdbeben und einem verheerenden Tsunami eine Kernschmelze ereignete. Das Unternehmen hält die Bruchstellen unter der Anlage Kashiwazaki-Kariwa für inaktiv, angesichts der Verschärfung der Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke nach der Fukushima-Katastrophe könnte die neue Aufsichtsbehörde jedoch eine Neubewertung vornehmen. Tepco kündigte eine eigene Untersuchung an.

Japanischen Medienberichten zufolge könnten mindestens zwei derzeit als inaktiv betrachtete Bruchstellen nach den neuen Richtlinien als aktiv eingestuft werden, womit die darüber befindlichen Reaktoren stillgelegt werden müssten. Nach Angaben der im September geschaffenen neuen Atomregulierungsbehörde könnte auch eine Bruchstelle als aktiv gewertet werden, die sich in den vergangenen 400.000 Jahren nicht verschoben hat. Bisher gilt ein Zeitraum von 120.000 bis 130.000 Jahren als Grenzwert.

Die Anlage Kashiwazaki-Kariwa ist derzeit heruntergefahren. Von den insgesamt 50 japanischen Atomanlagen sind derzeit nur zwei in Betrieb. Kashiwazaki-Kariwa ist nicht die einzige Atomanlage in Japan, die im Verdacht steht, auf einem Risikogebiet errichtet worden zu sein. Auch im Fall von fünf weiteren Anlagen laufen derzeit Untersuchungen. Die neue japanische Regierung will die Atomanlagen aus Sorge vor Stromengpässen wieder in Betrieb nehmen, allerdings nur wenn diese als sicher eingestuft werden.

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