Wellington

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Happy Feet: Pinguin reist wieder heim

Er war plötzlich da, mutterseelenalleine und im Frack. Neuseeland, besser die halbe Welt, nahm Anteil an seinem Schicksal. Ein Kaiserpinguin, der eigentlich in der Antarktis zu Hause ist, war am 20. Juni an einem Strand in Neuseeland aufgetaucht.
Das Jungtier war 3.000 Kilometer in die falsche Richtung geschwommen, irgendwo im Eis einfach falsch abgebogen. Der Vogel ist männlich.

Der entkräftete Pinguin hielt den Sand am neuseeländischen Strand für Schnee und fraß ihn. Denn in der Antarktis schlucken Pinguine Schnee, wenn ihnen zu warm ist und um ihren Flüssigkeitshaushalt in der Balance zu halten.

Der Sand bekam dem Kaiserpinguin aber gar nicht, sein Magen musste mehrfach im Zoo von Wellington ausgespült werden.

Diashow Pinguin "Happy Feet" geht es besser

Pinguin Happy Feet

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Die Neuseeländer nannten das Tier „Happy Feet“, nach einem Pinguin aus einem Trickfilm. Zuerst sah es nicht gut aus für „Happy Feet“, er musste sogar ins künstliche Koma geschickt werden. Aber das Tier er­holte sich überraschend schnell, als der Magen von Sand und Treibholz befreit war. Rund 30 Deka Mist wurde entfernt. Dann war der Vogel wieder forsch.

2.500 Kilometer muss „Happy Feet“ schwimmen
Seit Montag befindet sich der gestrandete Einzelkämpfer nun auf dem Forschungsschiff „Tangaroa“, das ihn in seine Antarktis zurückbringt. Die erste Nacht hat er schon gut überstanden: Er sitzt fröhlich in seiner Wohnkiste, die mit 60 Kübeln Eis gefüllt ist. Das schafft Atmosphäre. Natürlich frischer Fisch hilft dem kleinen Ausreißer beim Durchhalten.

Übermorgen soll der Frackträger dann nach 650 Kilometern Fahrt über eine improvisierte Rutsche auf 51 Grad südlicher Breite vor den Campbell-Inseln in die Freiheit entlassen werden. Über einen GPS-Sender, mit dem der Vogel ausgestattet wurde, können seine Fans – allein 1.700 kamen zur Verabschiedung – seine weitere Reise verfolgen.

Happy Feet © TZ ÖSTERREICH

Ganze 2.500 Kilometer muss „Happy Feet“ dann noch schwimmen, auch für einen jungen Pinguin kein Lercherl. Außer das Tier dreht wieder um, der Vogel hat bekanntlich Erfahrung im Falsch-Abbiegen.

Anerkannte Pinguin-Experten hatten zuletzt aber abgeraten, „Happy Feet“ den ganzen Weg zurückzubringen. Die Reise würde Wochen dauern und den Vogel in großen Stress bringen, hieß es. Außerdem könne der Pinguin so Viren aus Neuseeland in die Antarktis einschleppen.

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