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Hilfskonvoi für Aleppo im Niemandsland gestrandet

Zwischen Syrien und Türkei

Hilfskonvoi für Aleppo im Niemandsland gestrandet

Zwei Hilfskonvois mit Lebensmitteln für die belagerte syrische Stadt Aleppo stecken den Vereinten Nationen zufolge wegen eines politischen Streits zwischen den Kriegsparteien fest. Die insgesamt etwa 40 Lastwagen hätten nach dem Grenzübertritt am Dienstag bereits knapp hinter der türkischen Zollstation angehalten.

"Es dauert länger, als wir gehofft haben", sagte ein UN-Sprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. "Einige Gruppen versuchen, aus der Sache politisches Kapital zu schlagen, und das ist etwas, dass wir hinter uns lassen müssen." In Syrien gilt seit Montagabend eine Feuerpause, die unter anderem für humanitäre Hilfen genutzt werden soll.

Die Lastwagen hatten die türkisch-syrische Grenze bei Cilvegözü überquert. Die Regierung in Damaskus hat angekündigt, alle Hilfslieferungen zurückzuweisen, die nicht über Regierungsstellen oder die UNO laufen. Insbesondere sollen keine Lieferungen aus der Türkei ins Land gelassen werden. Die Regierung in Ankara unterstützt die syrische Rebellen.

Russland warnte unterdessen vor einem Scheitern des Waffenstillstands im syrischen Bürgerkrieg. Als moderat geltende Rebellen müssten von islamistischen Gruppierungen getrennt werden, forderte Regierungssprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau. Nur so könne die fragile Feuerpause aufrecht erhalten bleiben.

Vom Waffenstillstand hänge aber ab, ob der Konflikt friedlich beendet werden könne. Russland unterstützt in dem vor fünf Jahren ausgebrochenen Bürgerkrieg den Präsidenten Bashar al-Assad. Die USA haben sich dagegen mit von ihnen als moderat erachteten Rebellen verbündet. US-Außenminister John Kerry erklärte, sollte die Feuerpause beendet werden, sei mit einem starken Anstieg der Gewalt und vielen Toten zu rechnen.

 Russland und die USA hatten den seit Montagabend geltenden Waffenstillstand ausgehandelt, der bis auf Ausnahmen eingehalten wird. Islamisten-Milizen wie der Islamische Staat (IS) sind von der Waffenruhe jedoch ausgenommen und sollen weiterhin angegriffen werden. Sollte die Feuerpause über eine Frist von sieben Tagen halten, wollen die USA und Russland zu gemeinsamen Luftangriffen auf Extremistengruppen wie den IS übergehen.

Allerdings haben sich die als moderat geltenden Rebellen im besonders umkämpften Aleppo mit der Rebellengruppe Jabhat Fatah al-Sham verbündet. Sie ist aus der islamistischen Al-Nusra-Front hervorgegangen und spielt im Kampf um Aleppo auf Seiten der Rebellen eine dominierende Rolle.

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