Hunderte Haftbefehle gegen Mafiosi erlassen

Italien

Hunderte Haftbefehle gegen Mafiosi erlassen

Die italienischen Justizbehörden haben bei Großeinsätzen gegen die kalabrische Mafia 100 Haftbefehle erlassen. "Heute haben wir eine der wichtigsten Familien der 'Ndrangheta am Kopf getroffen", sagte der Staatsanwalt von Catanzaro, Nicola Gratteri, am Dienstag bei einer Bilanz der Einsätze. "Der Muto-Clan führte sich wie ein multinationaler Konzern auf."

Unter den Festgenommenen sind demnach Clan-Chef Francesco Muto alias "Der König der Fische" sowie seine Tochter und sein Sohn. Die Untersuchungen gegen den Muto-Clan setzten 2010 nach der Ermordung des Bürgermeisters Angelo Vassallo ein. Die Ermittlungen zeigten, wie dieser Clan in der Region von Cetraro, rund 100 Kilometer südlich von Neapel, die Kontrolle über den Drogenhandel, die Fischerei und den Tourismus an sich zog.

Immobilien und Bankguthaben beschlagnahmt

Die am Dienstag publik gemachten Haftbefehle beziehen sich auf Erpressung, Raub, Drogenhandel, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Korruption. Neben dem Muto-Clan stehen zwei andere mafiöse Familien im Zentrum der Ermittlungen. Die Aktivitäten der Clans reichten auch in andere italienische Regionen hinein.

Die Polizei teilte mit, zahlreiche Immobilien und Bankguthaben seien beschlagnahmt worden. Der Gesamtwert werde auf 40 Millionen Euro geschätzt. Die 'Ndrangheta kontrolliert Teile des internationalen Kokain-Handels. Sie gilt als die mächtigste Mafia-Organisation Europas.

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