IS-Extremisten: Hunderte Frauen entführt

Irak

IS-Extremisten: Hunderte Frauen entführt

Bagdad - Die Terroristen des IS (Islamischer Staat) rücken immer weiter in Richtung Bagdad (Irak) vor. Nun wurde bekannt: Die Extremisten haben hunderte von Frauen und Kindern entführt.

Entführte werden auf Trucks weggeschafft
Als Kämpfer des IS immer näher rückten, sprang Khalil (31) aus dem Fenster und rannte um sein Leben. Aber seine Schwester und die beiden Cousinen konnten nicht so schnell rennen - und gaben schließlich auf. Als sich Khalil später umdrehte, bemerkte er wie schwer bewaffnete Männer seine drei Verwandten auf Trucks luden und mit ihnen wegfuhren. Der 31-jährige: "So viele wurden mit ihnen zusammen entführt. Wir wissen nicht, wie wir sie wieder bekommen."

IS hat Erfahrung mit Entführungen
Für die IS-Extremisten sind die Kidnappings nichts Neues: Schon lange erhalten sie für die Entführungen von Familienmitgliedern und prominenten Geschäftsleuten Lösegeld. Seit dem 10. Juni wurden im Nord-Iak allein 51 Yesiden entführt. Nur 20 Tage später erhielt die IS eine Überweisung von 1,2 Millionen Dollar - als Lösegeld.

Nun werden vermehrt Frauen und Kinder gekidnappt
In den letzten Wochen waren aber nicht mehr Geschäftsleute das Hauptziel von Entführungen - mehr als 500 Frauen und Kinder sollen sich nun in der Gewalt der Extremisten befinden. Ein kurdischer Freiwilliger: "Allein in den letzten Tagen haben wir eine Liste von mehr als 200 Menschen zusammengestellt, deren Familienangehörige gekidnappt worden sind."

Sind die Entführten Sex-Sklaven?
Bisher konnte niemand aus der IS-Gefangenschaft flüchten, aber es gibt Gerüchte von Massengräbern, Exekutionen - und behelfsmäßigen Gefängnissen, in denen besonders Frauen und Kinder festgehalten werden. Ein lokaler Menschenrechtler: "Wir haben alle Angst. Wir haben Bedenken, dass dort Frauen missbraucht und Kinder als Sklaven gehalten werden."

Amerikaner fliegen 60 Hilfseinsätze am Tag
Noch immer sollen sich zehntausende Flüchtlinge auf dem Sinjar-Gebirge aufhalten, der von der IS belagert wird. Die US-Armee hatte vergangene Woche auf Anordnung von Präsident Barack Obama Luftangriffe gegen die IS gestartet, um deren Belagerungsring um die Sinjar-Berge zu durchbrechen und den Vormarsch auf Erbil zu stoppen. Laut dem Pentagon flog die Luftwaffe zuletzt täglich 50 bis 60 Kampf- und Hilfseinsätze. Neben der US-Luftwaffe werfen auch irakische und britische Flugzeuge Hilfspakete ab.

Mittlerweile wurde auch bekannt: Nicht nur die US-Armee kämpft aktiv gegen die IS-Extremisten, sondern nun will auch Frankreich Waffen zu den Kurden schicken.

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