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ISIS ist noch lange nicht tot

Nach Mossul-Befreiung:

ISIS ist noch lange nicht tot

Meilenstein im Kampf gegen den IS: Hochburg Mossul ist befreit. Dennoch bleibt die Gefahr.

Jubelnde Soldaten der irakischen Armee in Mossul. Die Landesflagge weht am Ufer des Tigris, wo die Terrormiliz IS einen schmalen Streifen Land erbittert verteidigt hatte. Am Sonntag verkündete der Irak: Die zweitgrößte Stadt des Landes ist nach drei Jahren aus den Händen des IS befreit. Ein symbolträchtiger Sieg: In Mossul rief der IS 2014 sein „Kalifat“ aus.

Schusswechsel. Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi flog am Wochenende in die Stadt, gratulierte der Armee. Doch am Montag sind wieder Schusswechsel zu hören, einige Dutzend Kämpfer leisteten Widerstand. Abadi erklärte dennoch, der vollständige Sieg sei „sicher“.

Damit scheint der Islamische Staat am Ende. „Ein Kapitel der Geschichte ist geschlossen“, kommentierte CNN. „Das ist das Ende des Kalifats.“ Zwar hält der IS weitere Gebiete (siehe Grafik), die mit Abstand größte Stadt ist aber verloren. „Das, was vom Kalifat übrig ist, wird noch vor Ende dieses Jahres zerbrechen“, sagte der IS-Experte Columb Strack der Bild.

IS am Ende, das macht ihn noch gefährlicher

Auch in Syrien steht der IS militärisch gewaltig unter Druck. Die Schlinge um die inoffizielle IS-Hauptstadt Rakka zieht sich immer enger. „Militärisch pfeift der IS aus dem letzten Loch“, sagt Nicolas Stockhammer im ÖSTERREICH-Interview.

Terrorgefahr. Aber: Je geschwächter der Islamische Staat in seinem Kerngebiet wird, desto größer wird laut Terror-Experten die Gefahr für Anschläge im Namen des IS bei uns. Kämpfer kämen zurück nach Europa, IS-Sympathisanten würden angestachelt, den Jihad hier weiterzuführen. Das Ende des IS könnte der Anfang einer neuen Terrorwelle werden.

Interview mit Terror-Experte von Uni Wien: "Gefahr für IS-Anschläge steigt"

ÖSTERREICH: Steigt jetzt die Anschlagsgefahr?

Nicolas Stockhammer: Die Terrorgefahr steigt automatisch. Wenn der ­Jihad in Syrien und im Irak scheitert, muss die Idee des Islamischen Staates im Westen hochgehalten und durch Anschläge untermauert werden.

ÖSTERREICH: Was passiert jetzt mit den IS-Kämpfern?

Stockhammer: Viele, die aus Europa in den Jihad gezogen sind, haben sich in der Türkei gesammelt und warten darauf, wieder nach Europa zu kommen.

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