Immer mehr Marokkaner unter Flüchtlingen

Neuer Trend

© APA/EPA/DJORDJE SAVIC

Immer mehr Marokkaner unter Flüchtlingen

Die Zuwanderung nach Deutschland ist auf Rekordniveau. "Für 2015 werden wir die höchsten Zuwanderungszahlen seit 1950 verzeichnen", sagte Innenminister Thomas de Maiziere am Mittwoch in Berlin. Die Entwicklung geht unter anderem auf die enorm wachsende Zahl an Flüchtlingen zurück, die ins Land kommen. 2015 wurden fast 1,1 Millionen Asylsuchende in Deutschland registriert - so viele wie nie zuvor.

Marokko

Dabei gab es auch einen überraschenden Trend. Im Dezember kamen vermehrt Flüchtlinge aus Marokko und Algerien. Das politisch vergleichsweise stabile Marokko rückte damit in die Liste der fünf Haupt-Herkunftsländer auf.

Obwohl Marokko durch die Straße von Gibraltar nur rund 15 Kilometer von Spanien entfernt ist, kommen die  meisten Asylsuchenden allerdings über die Balkanroute in die EU. Ein Grund dafür könnte die rigorose Politik Marokkos sein. Die Sicherheitsleute gehen seit einigen Monaten mit besonderer Härte gegen Fluchtversuche über das Mittelmeer vor.  Amnesty international erhebt dabei sogar Foltervorwürfe.

Folter
In Marokko gibt es zwar keinen Krieg, die Meinungs- und Pressefreiheit wird im Königsreich aber stark beschränkt. Zudem gibt es immer wieder auch Meldungen über Folter und willkürliche Gewalt.

Migration nach Deutschland gestigen
Gestiegen ist angesichts der Flüchtlingskrise auch die Zahl der nicht erledigten Asylanträge. Die deutschen Behörden haben bis Ende Dezember über 364.664 Anträge noch nicht entschieden, teilte das Berliner Innenministerium am Mittwoch mit.

Aber auch die übrige Migration in die Bundesrepublik - etwa zum Studieren oder Arbeiten - nimmt seit längerem zu. Zahlen zum gesamten Migrationsgeschehen liegen für 2015 noch nicht vor. Schon im Jahr 2014 kamen aber besonders viele Menschen aus dem Ausland nach Deutschland. Das geht aus dem Migrationsbericht 2014 hervor, den de Maiziere in Berlin vorstellte.

1,46 Millionen Zuzüge

Die Zahl der Zuzüge nach Deutschland stieg demnach 2014 auf mehr als 1,46 Millionen. Eine derart hohe Zahl hatte Deutschland zuletzt 1992 erreicht - also vor mehr als zwei Jahrzehnten. Es wanderten zwar auch mehr Menschen ab - nämlich mehr als 900.000. Unterm Strich ergab sich ein "Wanderungsgewinn" von rund 550.000 Menschen.

"Die Zuwanderung nach Deutschland hat auch jenseits von Flüchtlingszuzügen 2014 weiter zugenommen", erklärte de Maiziere. Es sei nötig, zwischen Asylsuchenden, Arbeitsmigration, Familiennachzug und EU-Binnenwanderung zu unterscheiden.
 

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