USA wollen Iran

Mordkomplott

USA wollen Iran "zur Rechenschaft ziehen"

Die USA haben den Iran beschuldigt, hinter einem Komplott zur Ermordung des saudi-arabischen US-Botschafters zu stecken. Dabei sollen der Regierung in Teheran nahestehende Personen versucht haben, im Umfeld mexikanischer Drogenkartelle Auftragskiller anzuheuern. FBI-Chef Robert Mueller sagte: "Es liest sich wie ein Hollywood-Drehbuch, doch die Folgen wären sehr real gewesen und hätten vielen das Leben gekostet." Die USA warnten ihre Bürger weltweit vor erhöhter Terrorgefahr. US-Präsident Barack Obama warf dem Iran Völkerrechtsverletzung vor. Die Islamische Republik wies die Anschuldigungen am Dienstag empört zurück und bezichtigte die USA der Kriegshetze.

Festnahme
Im Mittelpunkt der von den US-Behörden geschilderten Anschlagspläne steht ein in den USA eingebürgerter Iraner, der am 29. September auf dem New Yorker Flughafen John F. Kennedy aus Mexiko kommend festgenommen wurde. Gegen ihn wurde am Dienstag in Manhattan nach einer kurzen Anhörung vor Gericht Haftbefehl erlassen. Auf den Aussagen dieses 56-Jährigen basieren die Vorwürfe der USA, dass das Mordkomplott in Teherans höchsten Rängen geschmiedet wurde: in den Revolutionsgarden und deren  Al-Quds-Einheit, die als die wichtigsten Stützen des schiitischen Systems gelten. Bindeglied in die USA ist demnach ein den Al-Quds angehöriger Iraner, der die Anschlagspläne über abgehörte Telefonate vorangetrieben haben soll. Es wird vermutet, dass er sich im Iran aufhält.

Obama erklärte, der Iran müsse zur Rechenschaft gezogen werden. Die Pläne bedeuteten eine eklatante Verletzung des internationalen Rechts. Der Präsident bekräftige die Bereitschaft der USA, ihren Verpflichtungen nachzukommen und die Sicherheit der Diplomaten im Land zu gewährleisten. US-Außenministerin Hillary Clinton drang auf eine Verschärfung der im Atomkonflikt verhängten Sanktionen. Sie hoffe, dass der Vorfall bisher noch zögerliche Staaten dazu bewege, diesen Schritt nun zu tun, sagte sie Reuters.

Reisewarnung
Das US-Außenministerium gab am Dienstag eine weltweite Reisewarnung für die Bürger des Landes heraus. Die vom Iran unterstützten Anschlagspläne könnten auf eine aggressivere Grundhaltung des Landes und eine höhere Bereitschaft zu terroristischen Anschlägen auf Diplomaten bestimmter Länder hinweisen. Auch Attentate in den USA seien denkbar, hieß es auf der Internetseite des Ministeriums. Der Vorfall droht die Spannungen im Nahen Osten zu verschärfen. Der Westen verdächtigt die Islamische Republik, an Atomwaffen zu arbeiten. Zudem konkurrieren der Iran und Saudi-Arabien verstärkt um die Führungsrolle in der Region.

Die vom FBI als drehbuch-tauglich geschilderte Verschwörung soll sich laut Anklageschrift wie folgt abgespielt haben: Der in den USA lebende Iraner Manssor Arabsiar soll im Mai Kontakt zu Personen im Umfeld mexikanischer Drogenkartelle aufgenommen haben. Die Kontaktperson in Mexiko war aber ein Informant der US-Drogenfahnder, der umgehend die heimischen Behörden alarmierte. Ihm zahlte Arabsiar im Juli und August 100.000 Dollar (73.492 Euro) Anzahlung für den Auftragsmord, für den der vermeintliche Killer 1,5 Millionen Dollar gefordert hatte.

Mord-Pläne
Der Informant berichtete seinem Auftraggeber demnach von Plänen, den saudi-arabischen Botschafter in einem Washingtoner Restaurant zu töten. Er warnte, dass dabei Dutzende andere Menschen sterben könnten. Arabsiar habe daraufhin gesagt: "Kein Problem, keine große Sache." Nach seiner Festnahme gestand Arabsiar und arbeitete mit den US-Behörden zusammen. In folgenden Telefonaten mit dem mutmaßlichen Hintermann im Iran, Gholam Shakuri, ließ er sich von der Festnahme nichts anmerken und von Shakuri grünes Licht für den Anschlagsplan geben.

Die beiden Verdächtigen wurden unter anderem wegen Verschwörung zu einer Terrortat und zum Einsatz einer Massenvernichtungswaffe angeklagt. Bomben wurden den Behörden zufolge bei den Ermittlungen nicht sichergestellt. Doch auch ein einfacher Sprengsatz kann demnach als Massenvernichtungswaffe eingestuft werden.

Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mohammad Khazai, brachte seine Entrüstung in einem Beschwerdebrief an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon zum Ausdruck. Die Vorwürfe würden aufs Schärfste zurückgewiesen, sie seien reine Kriegstreiberei seitens der USA. "Die Anschuldigungen sind ganz offensichtlich politisch motiviert und werfen ein Schlaglicht auf die seit langem bestehende Feindseligkeit der USA gegenüber dem iranischen Volk", schrieb Khazai.

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