Insel für Flüchtlinge: Milliardär bekam keine Antwort

Frustriert

Insel für Flüchtlinge: Milliardär bekam keine Antwort

Der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris ist nach eigenen Angaben "frustriert": Für seinen Plan, Griechenland oder Italien eine Insel im Mittelmeer für bis zu 30.000 Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, gebe es seitens der Regierungen keine Resonanz, sagte Sawiris am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im französischen Lyon.

Er habe 23 unbewohnte Inseln ausfindig gemacht, deren Eigentümer verkaufen wollten, sagte Sawiris. Aber seine Briefe an die Regierungschefs in Italien und Griechenland seien unbeantwortet geblieben. Dabei könnten sich die Flüchtlinge, die er als "arme Teufel" bezeichnete, auf dem von ihm gekauften Eiland eine Zukunft aufbauen. Sie könnten "Häuser, Kliniken und Schulen bauen, eine neue Stadt schaffen".

Es gehe ihm nicht um Reklame für seine Person, fügte Sawiris hinzu. Er wolle lediglich in Frieden mit seinem Gewissen leben. Der Unternehmer äußerte sich anlässlich der Einweihung des neuen Firmensitzes des Fernsehnachrichtensenders Euronews, dessen Mehrheitsgesellschafter er seit Jahresbeginn ist. Der Milliardär ist zudem unter anderem Chef des Mobilfunkunternehmens Orascom TMT, das in mehreren Staaten Afrikas und des Nahen Ostens sowie in Südkorea aktiv ist. Sawiris ist auch Besitzer eines ägyptischen Fernsehsenders.

Bei Versuchen, über das Mittelmeer Europa zu erreichen, kamen allein seit Jänner etwa 3.000 Flüchtlinge ums Leben. Die vorwiegend aus Afrika und Nahost stammenden Menschen sind auf der gefährlichen Reise häufig in überfüllten und untauglichen Booten unterwegs.
 

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