Iran: Berichte über geheime Atomanlage

Exil-Opposition

Iran: Berichte über geheime Atomanlage

Nach Angaben des exiloppositionellen Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI) betreibt der Iran eine geheime Atomanlage nahe Teheran. In Lavizan, nordöstlich der iranischen Hauptstadt, gebe es eine unterirdische Forschungsanlage auf einem Militärkomplex, in der heimlich Uran angereichert werde, sagten NWRI-Vertreter am Mittwoch laut Medienberichten bei einer Pressekonferenz in Washington.

Atom-Verhandlungen

Als Mitglied des Atomwaffensperrvertrages müsste der Iran sowohl Forschungsanlagen als auch Anreicherungsanlagen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA melden. Bei den laufenden Verhandlungen der fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands (5+1) mit dem Iran soll ein Maß an Transparenz beim iranischen Atomprogramm erreicht werden, das eine heimliche Herstellung von Kernwaffen ausschließt.

In der Vergangenheit hatte Teheran internationale Kontrollen seiner Atomanlagen immer wieder erschwert. Die IAEA hat wiederholt erklärt, es gebe nach wie vor offene Fragen hinsichtlich einer möglichen militärischen Dimension des iranischen Atomprogramms.

Verdächtige Einrichtung
In Lavizan gab es bereits eine Einrichtung, die von der IAEA als verdächtig eingestuft wurde. Doch das sogenannte Technical Research Center ließ die iranische Regierung 2003 abreißen und erlaubte Inspektionen des Geländes erst nach mehrere Monate dauernden Verhandlungen. Damals fanden die IAEA-Inspektoren keine Spuren von Nuklearaktivitäten.

Nach dem aktuellen Bericht des NWRI, der auch der deutschen Zeitung "Die Welt" vorliegt, scheint das Regime aber kurz nach Ende der Inspektion mit dem Bau der unterirdischen Anlage begonnen zu haben. Sollte die Information stimmen wäre dies ein sehr gezielter Täuschungsversuch.

Brisant sei weiterhin, dass sich die Einrichtung auf einer Militärbasis befinden soll, so "Die Welt". Denn erstens würde das den Verdacht unterstützen, dass das Atomprogramm auch militärischen Zwecken diene. Außerdem sei die Inspektion von Militäranlagen offenbar diejenige Forderung der internationalen Gemeinschaft, der Teheran in den aktuellen Atomverhandlungen am wenigsten entgegen komme.

Tief unter der Oberfläche
Nach Angaben des NWRI, dem politischen Arm der bewaffneten Volksmujaheddin, befindet sich die Anlage mehrere Stockwerke tief unter der Oberfläche und ist nur durch einen Fahrstuhl zugänglich. Sie erstrecke sich über eine Fläche von mehr als 2000 Quadratmetern. Sie sei durch neun Quadratmeter große Stahltore abgesichert, die eine Stärke von 40 Zentimetern besäßen und jeweils acht Tonnen wögen. Die Anlage sei von den Revolutionsgarden errichtet worden und gehöre zu deren Atomprogramm.

Die Widerstandsgruppe NWRI hatte schon in der Vergangenheit entscheidende Hinweise zum iranischen Atomprogramm veröffentlicht und geheime Atomanlagen aufgedeckt.

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