Iran: Krise macht Öl noch teurer

Ölpreis vor Explosion

Iran: Krise macht Öl noch teurer

Die Taktik des Irans ist selbst für Nahostexperten schwer durchschaubar: Am Wochenende die Drohung, die wichtigste Ölroute, die Straße von Hormus (20 % des weltweiten Öls werden hier verschifft), zu schließen. Am Montag Raketentests. Am Dienstag das überraschende Angebot an die EU, wegen des Atomprogramms an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Brüssel dementierte sofort, ein derartiges Angebot bekommen zu haben.

Gleichzeitig ging das Säbelrasseln weiter. Der iranische Armeechef Ataollah Salehi hat die USA davor gewarnt, einen ihrer Flugzeugträger zurück in den Golf zu schicken. „Wir raten dem US-Flugzeugträger, der die Meerenge von Hormus durchfahren hat und sich jetzt im Golf von Oman befindet, nicht in den Persischen Golf zurückzukehren“, so der Armeechef. Und meinte weiter: „Wir haben nicht die Absicht, diese Warnung zu wiederholen.“

Europäer wollen härtere Sanktionen gegen Iran
Die Europäer zeigen sich indes unbeeindruckt von den Drohungen. Frankreichs Außenminister Alain Juppé forderte eine Verschärfung der Sanktionen gegen Iran. Präsident Nicolas Sarkozy habe bereits zwei Maßnahmen vorgeschlagen: das Einfrieren der Guthaben der iranischen Zentralbank und ein Erdölembargo.
Der Ölmarkt reagierte mit höheren Preisen auf die Krise. Gestern kostete ein Barrel (159 Liter) 101,25 Dollar und damit 2,42 Prozent mehr als am Freitag. Auch der Preis für Nordsee-Öl zog wegen der Krise um vier Prozent an. Deutsche Experten rechnen mit einer Verdoppelung des Preises.

Steinbach: "Die Lage ist sehr ernst"

ÖSTERREICH: Wie realistisch ist es, dass es beim Iran-Konflikt zu einem Ernstfall kommen könnte?
Udo Steibach: Die Lage ist sehr ernst. Es ist möglich, dass auf persischer oder israelischer Seite die Sicherungen durchbrennen und es zu einer aggressiven Handlung kommt, die dann schnell in eine offene Auseinandersetzung führt.
ÖSTERREICH: Wie schnell kann dieses Pulverfass explodieren?
Steibach: Das ist nicht einschätzbar. Der Iran hat angeboten, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Gibt es ein glaubhaftes Angebot, muss sich der Westen taktisch darauf einlassen. Damit wäre die Gefahr der Eskalation in weitere Entfernung gerückt. Es gibt Beobachter, die sagen, dass die Sanktionen so stark in das tägliche Leben eingreifen, dass dem Iran nichts anderes übrig bleibt, als sich zu öffnen.

(prj)

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