Iran: Wer steckt hinter

Angriff auf Industrie

© EPA

Iran: Wer steckt hinter "Hack des Jahrzehnts"?

Im Iran hat der Computervirus Stuxnet offiziellen Angaben zufolge keine Schäden am Atomkraftwerk Bushehr angerichtet. Nur persönliche Computer der Angestellten seien betroffen, sagte der Leiter der Anlage, Mahmoud Jafari, am Sonntag der Nachrichtenagentur IRNA. Dem Telekommunikationsministerium zufolge konnte Stuxnet auch an Computersystemen der Regierung keine größeren Schäden anrichten.

30.000 Computer befallen
Nach Angaben des US-Technologieunternehmen Symantec befinden sich 60 Prozent der weltweit vom Virus attackierten Computer in der Islamischen Republik. Einige westliche Computerexperten gehen davon aus, dass die Attacke nur mit Hilfe einer Regierung möglich war. Industrieunternehmen könnten Ziel des Angriffs sein.

Der Iran hatte am Samstag erstmals bestätigt, dass Tausende Rechner in seinen Industrieanlagen von dem mysteriösen Virus Stuxnet infiziert wurden. Insgesamt seien 30.000 Computer befallen, sagte ein Experte der iranischen Agentur Mehr. Viele der Kontrollsysteme für die iranischen Industrieanlagen stammten von der deutschen Firma Siemens. Stuxnet greife speziell diese Systeme an und übermittle dann Daten ins Ausland, sagte der iranische IT-Experte.

"Hack des Jahrzehnts"
Der Virus, der von IT-Sicherheitsexperten den Namen "Stuxnet" bekam, sei in der Lage, die Kontrolle über ganze Fabriken und Kraftwerke zu übernehmen, berichteten iranische Medien. Vertreter der iranischen Atomenergiebehörde kamen in dieser Woche zu Beratungen zusammen, wie der Wurm wieder aus den Rechnern entfernt werden kann. Wer hinter dem Virus steckt und welche Ziele er verfolgt, ist noch unbekannt.

Entdeckt wurde der Wurm von Experten in Deutschland. Der Sicherheitsexperte Ralph Langner entdeckte, dass Stuxnet insbesondere Leittechnik-Produkte der Firma Siemens angreift. Langner spricht vom "Hack des Jahrzehnts". Die ersten befallenen Systeme wurden aus dem Iran gemeldet, weitere Fälle gab es dann auch in Großbritannien, Indonesien, Indien und den USA. Schon die Tatsache, dass der Wurm zuerst im Iran auftrat und sich dort offenbar am stärksten ausbreitet, ließ Spekulationen aufkommen, Ziel des Computervirus sei es, den Betrieb des ersten iranischen Atomkraftwerks in Bushehr zu stören.
 

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