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Irrer Kim:

Nach Raketentest

Irrer Kim: "Wir können die Amerikaner angreifen"

Nordkorea erzielt bei seiner Raketentechnologie wohl Fortschritte. Darauf deutet der jüngste Test einer Mittelstreckenrakete hin. Die USA befürchten, dass Nordkorea mit jedem Test seinem Ziel näher kommt, Atomsprengköpfe über weite Distanzen transportieren zu können.

Haiwaii und Guam

Nach den jüngsten Tests mit Mittelstreckenraketen sieht Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un die Angriffsfähigkeiten seines Landes gegen den Erzfeind USA deutlich verbessert. "Wir verfügen über die sichere Kapazität, die Amerikaner im Schauplatz Pazifik auf allumfassende und praktische Weise anzugreifen", wurde Kim am Donnerstag von den Staatsmedien zitiert.

Während die beiden Raketenstarts durch Nordkorea vom Mittwoch international auf heftige Kritik stießen, feierte das kommunistische Regime einen der Tests als Erfolg. Der Raketentest sei eine "wichtige Gelegenheit" gewesen, die atomare Angriffsfähigkeit zu verstärken, sagte Kim weiter.

Scharfe Kritik

Der UN-Sicherheitsrat kam noch am Mittwoch (Ortszeit) in New York zusammen, um über Nordkoreas jüngste Raketentests zu beraten. Mehrere UN-Resolution verbieten dem wegen seines Atomprogramms international isolierten Regime, Tests von Raketen mit ballistischer Raketentechnik vorzunehmen.

Kim habe den Start der Rakete vom Typ Hwasong-10 - auch als Musudan bezeichnet - selber beobachtet, berichteten die Staatsmedien. Die Rakete habe die maximale Flughöhe von 1.413,6 Kilometern erreicht und 400 Kilometer vom Startort entfernt ihr Zielgebiet im Meer getroffen.

Nach Angaben Südkoreas hatte Nordkorea zwei Tests mit Musudan-Raketen unternommen, von denen der erste fehlgeschlagen sei. Die zweite Rakete sei ebenfalls an der Ostküste gestartet und nach einem Flug von 400 Kilometern ins Japanische Meer gestürzt.

Fortschritte

Nach Einschätzung des südkoreanischen Verteidigungsministeriums erzielte Nordkorea offensichtlich Fortschritte" bei seiner Raketentechnologie. Ob der Test letztlich ein Erfolg gewesen war, sei aber "schwierig zu sagen", sagte ein Sprecher in Seoul. Insbesondere sei unklar, ob Nordkorea, wie es behaupte, bereits die Technologie habe, durch die eine ballistische Rakete nach dem Flug wieder in die Erdatmosphäre eintreten könne. Nordkorea waren in diesem Jahr bereits mehrere Tests mit Musudan-Raketen misslungen.

Das Land arbeitet an der Entwicklung von Mittelstrecken- und Langstreckenraketen, die einen atomaren Sprengkopf tragen können. Mit einer geschätzten Reichweite von 3.000 bis 4.000 Kilometern könnte eine Musudan theoretisch Japan und die US-Pazifikinsel Guam treffen.

Die Spannungen in der Region haben sich seit einem nordkoreanischen Atomtest im Jänner - dem insgesamt vierten des Landes - und dem umstrittenen Start einer Weltraumrakete deutlich erhöht. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Pjöngjang im März verschärft. Südkorea, die USA und Japan bezeichneten die jüngsten Raketentests als Provokation.
 

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