Irrer Sultan verbot Weihnachtsfeiern

5 Jahre Haft drohen

Irrer Sultan verbot Weihnachtsfeiern

Im muslimisch geprägten Brunei hat Sultan Hassanal Bolkiah angeordnet, dass es in seinem Staat keinerlei öffentliche Feiern der Geburt Jesu geben dürfe. Zuwiderhandeln würde mit bis zu fünf Jahren Gefängnis oder Geldstrafen in Höhe von bis zu 20.000 US-Dollar (18.270 Euro) bestraft.

Gefahr für islamischen Glauben

Christen dürften nur im eigenen Bereich, in Familien oder Gemeinden - und nach vorheriger Genehmigung durch die staatlichen Behörden - Weihnachtsfeiern abhalten. In einer Erklärung des Religionsministeriums hieß es laut Kathpress weiter, verboten seien "religiöse Symbole wie Kreuze", das Entzünden von Kerzen, das Schmücken von Christbäumen, das Singen von Weihnachtsliedern und das Verschicken von Weihnachtswünschen. All diese Vorschriften hätten das Ziel, "öffentliche und exzessive" Weihnachtsfeiern zu verhindern, die "den Glauben der islamischen Gemeinschaft gefährden könnten".

Hassanal Bolkiah hatte im Jahr 2014 die Scharia, das islamische Recht, als verbindliche Rechtsordnung in Brunei eingeführt. Daraufhin wurde in dem auf der Insel Borneo gelegen Kleinstaat in Südostasien die Ausübung der christlichen Religion eingeschränkt, der Verkauf und der Konsum alkoholischer Getränke wurden verboten. Von den gut 400.000 Einwohnern der absoluten Monarchie sind rund 70 Prozent malaiische Muslime, 30 Prozent sind nicht-muslimisch. Zehn Prozent der Bevölkerung sind Christen, meist chinesischer Herkunft.

Feiern auf Militärbasis
Trotz amtlicher Weihnachts-Verbote in Somalia feierten viele Katholiken am 25. Dezember den Weihnachtsgottesdienst auf der Militärbasis der Friedenstruppen der Afrikanischen Union (AU) am Flughafen Mogadischu mit. Die große Mehrheit der Soldaten der AU-Friedenstruppen sind Christen. Die Messe am Flughafen kam auf Initiative von Bischof Giorgio Bertin zustande. Der Bischof von Djibouti ist zugleich auch Apostolischer Administrator von Mogadischu.

Schon 2013 hatten die somalischen Behörden Weihnachts- und Neujahrsfeiern streng verboten. Die Begründung lautete damals, das Land folge dem islamischen Kalender. Heuer verbot die Regierung die Feier der Geburt Jesu erneut. Sie erteilte den Sicherheitsbehörden den Auftrag, Weihnachtsfeiern in der Öffentlichkeit - auch in Hotels - zu verhindern. Solche Feiern seien "in keiner Weise mit dem Islam vereinbar", sie könnten dem Glauben der Muslime "Schaden zufügen", erklärte Sheikh Mohamed Kheyroow, Sektionschef im Religionsministerium in Mogadischu. Nur Ausländer dürften in ihren Wohnungen und in den Basen der UNO und der Afrikanischen Union das Fest begehen. Der Bürgermeister von Mogadischu, Yusuf Hussein Jimale, meinte, öffentliche Feiern der Geburt Jesu könnten leicht Ziel von Angriffen der islamistischen Al-Shabaab-Milizen werden.

"Lächerlich"
Bischof Bertin sagte im Gespräch mit "Radio Vatikan", er sei erstaunt über das neuerliche Weihnachts-Verbot: "Es ist lächerlich, ein Fest zu verbieten, das doch als solches auch in der Vergangenheit gar nicht groß öffentlich gefeiert worden ist". Bertin berichtete, dass viele Somalis aus dem Ausland mittlerweile in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Die Christen unter ihnen hätten sich daran gewöhnt, Weihnachten zu feiern, und würden das gerne auch in Somalia weiter so halten.

In dem ostafrikanischen Land bekennt sich der überwiegende Teil der Bevölkerung zum sunnitischen Islam. Die Islamistenmiliz Al-Shabaab verbreitet seit Jahren Angst und Schrecken. Die Extremisten wollen einen sogenannten Gottesstaat errichten. Die Regierung hat über Teile des Landes keine Autorität.

Der letzte residierende Bischof von Mogadischu, Pietro Salvatore Colombo, war am 9. Juli 1989 von einem islamistischen Mörder vor der Kathedrale erschossen worden. Die Kathedrale wurde 2008 von Islamisten zerstört. Mittlerweile sind alle katholischen Kirchen in Somalia vernichtet.
 

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