Israel: Netanyahu droht Hamas mit Krieg

Naher Osten

Israel: Netanyahu droht Hamas mit Krieg

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat die radikalislamische Hamas vor einem weiteren Beschuss Südisrael mit Raketen gewarnt. Bei einer Rede anlässlich eines Empfangs des US-Botschafters zum amerikanischen Nationalfeiertag sagte Netanyahu am Donnerstagabend, dass die zum Gazastreifen verlegten Bodentruppen "energisch handeln" werden, sollte sich die Lage nicht beruhigen.

Zusätzliche Truppen

"Die Sicherheit unserer Bürger kommt vor allem anderen", sagte Netanyahu nach Angaben der Zeitung "Jerusalem Post". Nach dauernden Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hatte Israels Armee zusätzliche Truppen an den Rand des Palästinensergebiets verlegt. "Wir bewegen Truppen", bestätigte Armeesprecher Peter Lerner am Donnerstag. Es sei auch eine begrenzte Zahl von Reservisten mobilisiert worden. Nach Medienberichten handelt es sich um Fußtruppen und gepanzerte Fahrzeuge.

Der militärische Arm der im Gazastreifen herrschenden Hamas drohte Israel mit Angriffen auf "neue Ziele". Die Hamas-Führung hielt angesichts der jüngsten Eskalation der Gewalt eine Dringlichkeitssitzung mit Vertretern anderer Palästinenserfraktionen ab. Auch das israelische Sicherheitskabinett versammelte sich am Donnerstagabend zu Beratungen über das weitere Vorgehen.

Aufrauf an Hamas
Militärsprecher Lerner betonte mehrfach, Israel sei nicht an einer Offensive im Gazastreifen interessiert. Er rief die Hamas auf, den fortwährenden Raketenbeschuss israelischer Grenzorte zu unterbinden, um eine weitere Eskalation zu verhindern. "Wir streben eine Deeskalation der Lage an, aber wir müssen trotzdem für alles bereit sein."

Binnen 24 Stunden hätten militante Palästinenser mehr als 30 Raketen auf Israel abgefeuert. Drei davon schlugen in Häusern in der Grenzstadt Sderot ein. Auch Hamas-Kämpfer seien an einigen der Angriffe beteiligt gewesen, sagte Lerner. Hamas-Exilchef Khaled Mashaal hat betont, seine Organisation sei den Waffenruhe-Vereinbarungen verpflichtet, die Israel und die Hamas nach dem letzten großen Schlagabtausch im Gazastreifen im November 2012 unter ägyptischer Vermittlung getroffen hatten.

Unbekannte haben kurzzeitig den Twitter-Account der israelischen Streitkräfte übernommen. Sprecher Lerner räumte den Vorfall vom Donnerstagabend ein und entschuldigte sich für inkorrekte Tweets. Nach Angaben der Tageszeitung "Haaretz" steckte hinter der Hacker-Attacke die sogenannte "Syrian Electronic Army". Über den Account der israelischen Streitkräfte verbreiteten die Aktivisten demnach Mitteilungen wie "Lang lebe Palästina" und "Warnung: Möglicher Austritt von Radioaktivität nach dem Einschlag zweier Raketen in der Nuklearanlage in Dimona". Die Tweets wurden dem Bericht zufolge binnen Minuten gelöscht.

Luftangriffe

Israelische Kampfflugzeuge flogen am Donnerstag und in der Nacht davor erneut Angriffe im Gazastreifen. Dabei wurden nach Militärangaben mehr als ein Dutzend Ziele der Hamas beschossen, darunter versteckte Raketenabschusseinrichtungen und Waffenlager. Etwa zehn Verletzte wurden nach Angaben von Sanitätern in Krankenhäuser gebracht.

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hatte nach dem Mord an drei jüdischen Jugendlichen eine breite Militäroffensive im Gazastreifen gefordert. Andere Minister warnten jedoch vor einem solchen Einsatz. Israel setzte die Suche nach den Mördern der Jugendlichen fort. 13 Menschen wurden im Westjordanland festgenommen, wie eine Armeesprecherin bestätigte.

Nach dem Mord an einem arabischen Jugendlichen kam es auch am Donnerstagabend zu Krawallen im Ostteil Jerusalems. Maskierte Palästinenser hätten Polizisten mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen, berichtete der israelische Rundfunk. Diese hätten versucht, die Demonstrationen aufzulösen. Ein Polizist sei verletzt worden. Die Leiche des 16-jährigen Mohammed Abu Khedair war am Mittwoch in einem Wald bei Jerusalem gefunden worden.

Proteste bei Beerdigung drohen
Die Leiche des Burschen soll nach Angaben seiner Familie und der Polizei am Freitag vor Sonnenaufgang zur Beisetzung freigegeben werden. Die Beerdigung könnte Anlass für neue Protestaktionen der Palästinenser sein.

Der scheidende israelische Präsident Shimon Peres rief alle Bürger zu einem Ende der Gewalt und der Hetze auf. "Zwei Dinge sind jetzt notwendig: Das Gesetz respektieren und die Zunge zu zügeln", sagte er. In Jerusalem demonstrierten rund Tausend Menschen gegen Gewalt und Rassismus. "Juden und Araber werden in diesem Land zusammenleben müssen", sagte Oppositionsführer Yitzhak Herzog.

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