Istanbul-Anschlag: Acht Verdächtige festgenommen

Terror in Türkei

Istanbul-Anschlag: Acht Verdächtige festgenommen

Bei den Ermittlungen zu dem Anschlag auf eine Nobeldisco in Istanbul hat die türkische Polizei laut Medienberichten acht Verdächtige festgenommen. Weitere Angaben zu den am Montag gefassten Verdächtigen machte die Nachrichtenagentur Dogan zunächst nicht. Laut Dogan setzt die Polizei ihre Fahndung fort, der Attentäter selbst sei offenbar weiter auf der Flucht.

Zuvor hatte sich die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu dem Anschlag bekannt, bei dem in der Silvesternacht 39 Menschen getötet wurden. Die IS-Miliz warf der Türkei in der Erklärung vor, ein Diener der Christen zu sein, und bezeichnete den Angriff als Vergeltung für die türkische Militärintervention gegen die Jihadisten in Nordsyrien. Die türkische Armee geht dort seit Ende August gegen kurdische Milizen und den IS vor. Seit Wochen versucht sie, die IS-Hochburg Al-Bab einzunehmen, stößt dabei aber auf erbitterten Widerstand.

Erste Spur zum Attentäter

Die Zeitung "Hürriyet" hatte bereits vor dem IS-Bekenntnis berichtet, die Ermittler prüften eine Spur zu der Jihadistenmiliz. Demnach stammte der Attentäter, der am frühen Sonntagmorgen mit einem Gewehr in den schicken Club am Bosporus gestürmt war, aus Kirgistan oder Usbekistan. Laut dem "Hürriyet"-Bericht wird auch eine Verbindung zur IS-Zelle geprüft, die den Anschlag auf den Atatürk-Flughafen im Juni mit 47 Toten verübt haben soll.

Ministerpräsident Binali Yildirim hatte zuvor gesagt, die Ermittler arbeiteten "mit Nachdruck" daran, den noch flüchtigen Täter zu identifizieren und zu finden. Erste Berichte, wonach der Täter ein Weihnachtsmannkostüm trug, wurden offiziell dementiert. Türkischen Medienberichten zufolge feuerte der Angreifer 120 bis 180 Schuss in die Menge der Feiernden, bevor er seine Waffe zurückließ, die Kleidung wechselte und floh. Demnach dauerte der Angriff sieben Minuten.

Zweiter Anschlag der Terror-Zelle?

Die Zeitung "Hürriyet" berichtete am Montag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, es gebe Hinweise darauf, dass der Angriff auf den Club von derselben IS-Zelle ausgeführt worden sei wie der Anschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen. Bei dem Angriff auf den größten Flughafen des Landes hatten sich im Juni Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Sie rissen 45 Menschen mit in den Tod. Die türkische Regierung machte den IS dafür verantwortlich, der sich nicht dazu bekannte.
 



 

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