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Jetzt legt sich Trump auch noch mit den Indianern an

Umstrittene Pipeline

Jetzt legt sich Trump auch noch mit den Indianern an

Ein Indianerstamm hat den geplanten Weiterbau einer umstrittenen Öl-Pipeline im US-Staat North Dakota heftig kritisiert. "Das Trinkwasser von Millionen Amerikanern ist jetzt gefährdet", sagte der Chef des Stammes der Standing Rock Sioux, Dave Archambault II, in einer Stellungnahme am Dienstag (Ortszeit).

Trinkwasser
Die Menschen würden dafür kämpfen, ihr Wasser und ihre heiligen Stätten vor denjenigen zu schützen, die das Projekt zum Nutzen einiger weniger mit "Finanzverbindungen zur Trump-Regierung" durchdrücken wollten, so der Stammeschef weiter.

Das US Army Corps of Engineers hatte zuvor mitgeteilt, die Entscheidung für die Fortsetzung der Bauarbeiten unter Präsident Donald Trump stehe unmittelbar bevor. Sein Vorgänger Barack Obama hatte das Vorhaben nach starken Protesten stoppen lassen. Die Route führt an einem Indianerreservat entlang. Umweltschützer und der Indianerstamm fürchten Wasserverunreinigungen und die Beeinträchtigung heiliger Stätten.

Die Projektgegner wollen die Wiederaufnahme des Baus auch juristisch angreifen. Die politische Kehrtwende der Trump-Regierung sei ein weiteres gebrochenes Versprechen an die Indianer-Stämme. "Sie werden vor Gericht zur Rechenschaft gezogen", sagte der Sioux-Anwalt Jan Hasselman.

Proteste
Am 10. März soll zudem ein Protestmarsch in der US-Hauptstadt Washington stattfinden, wie die Gegner der Vorhabens in den sozialen Medien ankündigten. Gegen das Projekt hatte es monatelangen Widerstand gegeben, auch von zahlreichen Prominenten, bei dem die Polizei oft sehr hart durchgriff.

Der neue Präsident hatte im Jänner die Wiederaufnahme zweier Pipeline-Projekte per Dekret angekündigt. Die Pipeline soll Öl von den Tausenden Fracking-Bohrstellen North Dakotas in den Staat Illinois transportieren. Als Unternehmer hatte Trump kräftig in die Pipeline-Betreiberfirma ETP.N und eine Holding (Phillips 66) investiert.

Das fragliche Stück ist der letzte Abschnitt der rund 1.900 Kilometer langen Pipeline. Das Projekt kostet rund 2,7 Milliarden US-Dollar (rund 2,53 Milliarden Euro).

Unter Obama sollte eine Alternativroute geprüft werden, die nicht unter dem Lake Oahe entlangführt, einem Stück des Missouri. Er ist für die Indianer nicht nur ein Wasserreservoir, sie sehen auch alte Gebietsverträge verletzt.

Aus Unterlagen des US Army Corps of Engineers, tätig im Bereich Bauingenieurswesen, ging am Dienstag hervor, dass für das fragliche Stück Pipeline nicht einmal mehr zugesagte Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgenommen werden sollen.
 

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