Kachelmann: Die E-Mails seiner Geliebten

Beschimpfungen im Web

© Reuters

Kachelmann: Die E-Mails seiner Geliebten

Bis zuletzt haben der angeklagte Jörg Kachelmann und sein Anwalt verzweifelt dagegen gekämpft: Das Gericht in Mannheim erlaubte allerdings, dass mehrere Ex-Geliebte des Wettermoderators im Vergewaltigungs-Prozess geladen werden.

Grund: Durch die Maßnahme will das Gericht herausfinden, ob der 52-jährige charakterlich in der Lage gewesen wäre, eine Frau zu vergewaltigen und mit einem Messer zu verletzen.

Ex-Geliebte nehmen Kontakt auf
Am vergangenen Mittwoch sagte die erste der Ex-Gespielinnen aus. Fünf weitere Frauen sollen beim Prozess, der am Mittwoch weitergeht, noch zu Wort kommen. „Die Ladung der Beziehungszeuginnen dient nicht der Sachaufklärung“, wettert Kachelmanns Advokat Reinhard Birkenstock.

Die Bild am Sonntag enthüllte jetzt: Mindestens fünf der Ex-Geliebten haben nach der Verhaftung Kachelmanns Kontakt zueinander aufgenommen. Per Telefon, Internet-Chatrooms und E-Mail unterhalten sich die Frauen – und ziehen dabei schonungslos über Kachelmann her, wie die von Bild am Sonntag veröffentlichten Passagen zeigen.

Die bisher geheimen Internet-Einträge der Ex
„Ich freue mich jeden Tag, wenn er weiter sitzt“, schrieb eine der Frauen am 14. April – zwei Wochen nach der Verhaftung. Isabella M. (30, Name geändert) berichtete im April in der Bunten von ihrem Leben mit Kachelmann. Auch sie soll vergewaltigt worden sein. In einer E-Mail schreibt sie jetzt: „Ja, er ist ein Schwein, und ich freue mich über jede einzelne Minute, die er einsitzt, bin ich doch der Meinung, selbst wenn er sie nicht vergewaltigt hat, hat er doch mit allen einen seelischen Missbrauch durchgeführt und sitzt zu Recht.“ Am 6. Oktober soll M. als Zeugin vor Gericht aussagen. Via Internet ermutigte sie andere Frauen, ebenfalls öffentlich über Kachelmann zu sprechen: „Je mehr Frauen was sagen, desto besser für uns.“

Der stärkste Mail-Verkehr zwischen den Damen fand am 29. Juli statt, nachdem Kachelmann aus der U-Haft entlassen worden war. „Ein Horror“, lautet ein Kommentar. „Ja. Mich machen sie hier auch schon alle verrückt“,lautet die Antwort.

Für Frauen, die Kachelmann verteidigen wollen, hat die verschworene Netz-Gemeinschaft kein Verständnis übrig. „Er ist es nicht wert. Und er wird auch Sie immer weiter belügen.“ Und noch eindeutiger das Urteil einer anderen: „Wie dumm kann sie sein? Oder ist sie mittellos?“

Sprachen sich Zeuginnen vor ihren Aussagen ab?
Heikel: Laut Bild am Sonntag soll es zwischen dem mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer und zumindest einer Zeugin auch telefonischen Kontakt gegeben haben. Eine der Ex-Geliebten schrieb im Internet mit Hinblick auf die zahlreichen Kontakte: „Man muss sich auf Übereinstimmungen in den Zeugenaussagen von Sabine W. und einer anderen Frau einrichten.“

Hochspannung also vor dem nächsten Prozesstag am Mittwoch. Dann werden die Mitarbeiter jenes Hotels aussagen, in dem der TV-Moderator nach der angeblichen Vergewaltigung geschlafen hat.

Das Urteil soll Ende Oktober fallen.

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