Kairo kehrt zum Alltag zurück

Nach der Revolution

Kairo kehrt zum Alltag zurück

Der Großteil der Demonstranten auf dem Tahrir-Platz hat seine Zelte freiwillig abgebrochen. Hunderte Putzkolonnen haben den Platz aufgeräumt, die Armee half mit.

Rückkehr zur Normalität
Die Cafés sind geöffnet, auf den beiden Baustellen neben dem Platz wird wieder gearbeitet. Selbst der Verkehr schiebt sich zäh und zweispurig über den Platz, obwohl noch immer einige tausend Protestierer ausharren. Junge Militärpolizisten in ihren grünen Uniformen und knallroten Baretts versuchen den Verkehr zu regeln, was immer wieder zu Rangeleien mit Demonstranten führt. Gelegentlich werden auch Schlagstöcke eingesetzt. Es wurde jetzt auch bekannt, dass 17 Kunstgegenstände aus dem Nationalmuseum gestohlen wurden.

Die Armeeführung löste das Parlament auf und setzte die alte Verfassung aus. Die Übergangsphase bis zu Neuwahlen soll jetzt 6 Monate statt 60 Tage dauern.

Übergangsrat
Die Organisatoren der Massenproteste haben inzwischen einen 20-köpfigen „Übergangsrat“ gegründet. Ein Sprecher des Rates zu ÖSTERREICH: „Die Militärs haben jetzt zehn Tage Zeit, unsere Forderungen zu erfüllen.“

Sollte das nicht geschehen, werde es sofort weitere Demonstrationen geben: „Wir können innerhalb einer Stunde wieder Hunderttausende mobilisieren, sollte das Militär unsere Forderungen nicht erfüllen.“

Unklar ist weiterhin, wo sich der 82-jährige Ex-Präsident Hosni Mubarak wirklich aufhält. Zwei Tage war er in seiner Luxus-Villa in Sharm el Sheikh, dann reiste er ab. Das Präsidentenflugzeug steht allerdings weiter am internationalen Flugplatz in Kairo.

Das ägyptische Militär forderte die verbliebenen Demonstranten auf, den zentralen Tahrir-Platz zu räumen. Die Armee habe ihnen mit Festnahmen gedroht, wenn sie den zum Symbol für den Volksaufstand gewordenen Platz nicht in Kürze verlassen, sagte einer der Protestierenden.

Aktivisten treffen Militärs
Ägyptische Internet-Aktivisten trafen sich nach eigenen Angaben mit Vertretern des Obersten Militärrats, um über die Reformen zu diskutieren. "Wir haben die Armee getroffen (...), um ihren Standpunkt zu verstehen und unseren darzustellen", teilten der ägyptische Google-Manager Wael Ghonim und der Blogger Amr Salam mit.

Autor: Karl Wendl
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