Metin Kaplan

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"Kalif von Köln" fasst 17 Jahre Haft aus

Ein türkisches Gericht hat den aus Deutschland abgeschobenen Islamistenführer Metin Kaplan zu einer Gefängnisstrafe von 17 Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Gericht in Istanbul reduzierte damit am Freitag die gegen den als "Kalifen von Köln" bekannten 58-Jährigen zweimal in Vorinstanzen ausgesprochene lebenslange Haft, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Kaplans islamistische Gruppierung "Kalifatsstaat" ("Hilafet Devleti") Waffen hortete und Gewaltakte plante und bezeichnete diese als "bewaffnete terroristische Organisation". Vom Vorwurf des "geplanten bewaffneten Umsturzes" wie in den Vorinstanzen sahen die Richter in ihrem Urteil indes ab.

Flugzeuganschlag geplant
Kaplan soll unter anderem 1998 einen Flugzeuganschlag auf das Mausoleum des Begründers der modernen und laizistischen Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, in Ankara geplant haben. 2005 und 2008 war er zu lebenslangen Strafen verurteilt worden.

Kaplan war 1983 nach Deutschland gezogen und hatte in der Bundesrepublik zunächst politisches Asyl zugesprochen bekommen. In Köln übernahm er die Führung der Organisation "Kalifatsstaat" von seinem als radikalen Islamisten bekannten Vater. Die Organisation wurde 2001 verboten. Kaplan selbst saß von 1999 bis 2003 in einem deutschen Gefängnis ein, weil er die Tötung eines Rivalen um die Leitung des "Kalifatsstaates" angeordnet haben soll. Nach einem langen Rechtsstreit war er im Oktober 2004 aus Deutschland abgeschoben worden.

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