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Keine Hoffnung mehr: Todes-Flieger abgestürzt

Alle Passagiere tot

Keine Hoffnung mehr: Todes-Flieger abgestürzt

Der malaysische Premier Najib Razak überbrachte der Welt die tragische Nachricht. Eine genaue Analyse der von der Boeing 777-200ER an einen Inmarsat-Satelliten gefunkten Signale ergab: Der Flug MH370 nahm eine südliche Route. Die letzte Position war westlich der Stadt Perth, ‚Tausende Kilometer von einer Landebahn entfernt.

Razak sagte: „Mit großer Trauer muss ich bekannt geben, dass Flug MH370 im südlichen Indischen Ozean endete.“ Übersetzt: Der Jet stürzte ins Meer, als der Sprit aus war. Alle 239 Passagiere und Crewmitglieder an Bord sind tot.

In der Suchzone 2.500 Kilometer südwestlich von Perth (Australien) wurden zuletzt auf Satellitenaufnahmen mögliche Wrackteile geortet, Suchflugzeuge sahen verdächtige Teile treiben, darunter ein „orangefarbenes, rechteckiges Objekt“, so Australiens Premier Tony Abbott.

Trauer der Angehörigen: Tränen und Schreie!
Mission impossible. Bei den Angehörigen der Opfer kam es zu herzzerreißenden Szenen: Viele brachen unter Tränen und verzweifelten Schreien zusammen.

Nun werden alle Kräfte auf die Suche nach dem Wrack und den beiden Flugschreibern konzentriert: „Die Black Boxes müssen gefunden werden“, sagt Ex-Airliner Niki Lauda in einer ersten Reaktion zu ÖSTERREICH: „Das sind die Ermittler der ganzen Luftfahrtindustrie und den Angehörigen schuldig.“ Ohne die könne das Rätsel niemals gelöst werden, so Lauda. (Siehe unten).

Doch es wird eine schwierige Suche, eine „Mission impossible“. In den 15 Tagen seit dem Verschwinden des Jets haben Wind und Strömungen Wrackteile Hunderte Kilometer verfrachtet. Die Black Boxes funken nur mehr zwei Wochen lang Signale, dann ist die Batterie aus. Der Ozean ist bis zu 5.000 Meter tief. Doch warum kam Flug MH370 derart vom Kurs ab und flog in Richtung Südpol? Viele tippen jetzt auf einen Unfall: Die Piloten könnten das Bewusstsein verloren haben, der Jet flog als Geisterflieger weiter.

H. Bauernebel

Die Flugroute des Unglücks-Liners

140321_Flugzeug_Malaysia.jpg © TZ ÖSTERREICH

Niki Lauda im Interview: "Ganz rasch Flugcomputer finden"

ÖSTERREICH: Malaysias Premierminister gab bekannt, dass Flug MH370 im Indischen Ozean abgestürzt sein muss. Was ist jetzt Ihre Reaktion darauf?
Lauda: Jetzt muss erst einmal alles getan werden, um rasch die beiden Black Boxes zu finden. Ohne die Flugschreiber werden wird nie genau wissen, was wirklich an Bord dieser Maschine passiert ist.

ÖSTERREICH: Das dürfte aber die schwierigste Suche aller Zeiten werden: Das Meer ist dort bis zu 5.000 Meter tief, die Ortungssignale senden nur mehr zwei Wochen …
Lauda: Es wird nicht leicht werden, es ist eine gewaltige logistische und finanzielle Herausforderung, aber es gibt hier keine Wahl, das ist die Verpflichtung der malaysischen Regierung. Die Flugschreiber müssen einfach gefunden werden! Das sind die Ermittler den An­gehörigen und der ganzen Luftfahrt schuldig! Alle Kräfte müssen mobilisiert werden.

ÖSTERREICH: Was könnte ­Ihrer Meinung nach an Bord geschehen sein?
Lauda: Es könnte ein Feuer ausgebrochen sein. Nach Druckverlust könnten die Piloten die Sauerstoffmasken nicht aufgesetzt haben. Dann werden sie ohnmächtig. Gleiches gilt für die Passagiere.

Dieses Mini-U-Boot aus Deutschland könnte bei der Suche helfen:

Deutsches-Mini-U-Boot.jpg © REUTERS

So wird jetzt nach der Black Box gesucht

Die Absturzstelle von Flug MH 370 im Indischen Ozean ist ausgemacht. Jetzt beginnt die Suche nach den Trümmern des Jets auf dem Meeresboden westlich von Australien.

Das Problem: die immense Tiefe von mehreren Tausend Metern. „Nur eine Handvoll Suchgeräte existieren für Tiefen über 3.000 Meter“, sagt Dr. Andreas Villwock vom GEOMAR-Institut in Kiel zu ÖSTERREICH.

Die deutschen Ozean-Forscher besitzen ein Mini-U-Boot, das dafür ausgelegt ist. Bereits 2011 wurde damit ein im Meer versunkenes Flugzeug aufgespürt. Jetzt soll es den Todesjet finden: „Wir haben die Erfahrung und sind einsatzbereit“, so Villwock.

Der Ball liegt allerdings bei den Behörden in Malaysia: „Die Fluglinie muss jetzt entscheiden, wie es weitergeht.“ So soll die Suche ablaufen: „Das Boot wird eingeflogen und dann per Schiff in das Suchgebiet gebracht. Das U-Boot fährt den Meeresboden ab und erstellt ein 3-D-Modell.“ Die Forscher sehen gute Chancen, Wrack, Passagiere und Black Box zu finden.

(küe)

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