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ÖSTERREICH-Reportage

"Keiner will hier weg"

Auf der griechischen Insel Chios funktioniert nicht einmal der erste Teil des Rückführungsabkommens mit der Türkei: Am Freitag brachen 800 Flüchtlinge aus dem dortigen Internierungslager aus und besetzten den Hafen des gleichnamigen Hauptortes.

Viele der Flüchtlinge sind nach dem 20. März auf Chios angekommen und befürchten die Abschiebung zurück in die Türkei. Einige drohen schon mit selbstmörderischen Aktionen. „Dann werde ich mich ins Meer werfen“, sagt einer. Sie haben meist ihr letztes Geld ausgegeben, um von Schleppern in die EU gebracht zu werden.

Freiwillige Helfer verteilen Decken und Lebensmittel
Damit die Flüchtlinge keine Fähren nach Athen besteigen, legen diese jetzt im kleinen Hafen Mesta im Westen der Insel ab. Freiwillige Helfer, darunter auch Österreicher, verteilen Decken und Lebensmittel. Die Flüchtlinge wollen mit ihren Kindern Sperrketten bilden und hoffen auf die Menschlichkeit der Polizei. Eine Rückkehr ist für viele unvorstellbar. „Sie haben ihr Leben riskiert“, sagt ein verständnisvoller Offizier der Küstenwache. In der Nacht sind trotz Abkommen wieder drei Boote mit 120 Personen in Chios angekommen, unbemerkt von der Küstenwache.

„Hier hat der Staat praktisch aufgehört zu existieren“, sagt der Lokaljournalist Giannis Tzounas zur Lage am Hafen. Ob die Abschiebungen in den nächsten Tagen auch in Chios beginnen, weiß hier niemand.

Gerhard Tuschla, Chios

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