Mysteriöses Büro 39 sichert Kim seine Macht

Nordkorea

Mysteriöses Büro 39 sichert Kim seine Macht

Kim Jong-un ist unumschränkter Machthaber in Nordkorea. Seine Macht verdankt er unter anderem einer unscheinbaren Institution, die in einem kleinen Zimmer im dritten Stock des Zentralkomitees der Arbeiterpartei sitzt: das "Büro 39".

"Büro 39"
Das mysteriöse "Büro 39", das direkt dem Diktator und seiner Familie unterstellt ist, zieht seit den 1970er Jahren im Hintergrund die Fäden und hat dabei völlig freie Hand. Weil Nordkorea spätestens seit den Atomtests 2013 international isoliert ist und der Handel streng überwacht wird, greift man zu dubiosen Methoden, um Kim Jong-Un und seiner Entourage ein Luxusleben zu ermöglichen.

Neben Drogen- und Waffenhandel und dem Verkauf gefälschter Produkte wie Viagra und Zigaretten kommt vor allem auf einem Weg Geld in die Taschen Kim Jong-Uns: Hunderte Millionen Dollar sollen durch gefälschte Unfälle und Schadensberichte von westlichen Versicherern erschlichen worden sein. 2005 stürzte beispielsweise ein Helikopter mitten in der Hauptstadt Pjöngjang ab. Ausgerechnet in ein Warenhaus, das der Regierung gehörte. Die Allianz-Versicherung wollte zwar nicht zahlen, musste vor Gericht aber eine vernichtende Niederlange einstecken: 58 Millionen Dollar musste der Versicherer zahlen und zudem sämtliche Betrugsvorwürfe widerrufen, berichtet "Focus".

Geldwäsche in Österreich
Auch in Österreich machte Nordkorea Geschäfte. Die einzige nordkoreanische Bank in Europa musste 2004 schließen, weil man in Österreich vermutete, dass Geldwäsche betrieben wurde und sie in Handel mit waffentauglichem Material verwickelt gewesen ist.

Experten sind sich einig, dass Kim Jong-un wegen seines jungen Alters besonders abhängig von "Büro 39" ist. Immer wieder muss er sich die "Liebe" seiner Unterstützer durch Geschenke neu erkaufen. Dabei gibt es genaue Richtlinien, wer was bekommt. Für die höchsten Offiziere gibt es Luxusautos (v.a. Mercedes), für mittlere Appartements und für die kleineren Kaliber immer noch teure Uhren oder elektronische Geräte.

Tod des Onkels
Angeblich steckt das "Büro 39" auch hinter dem Tod von Jang Song-thaek, dem Onkel des Diktators. Dieser war für die extrem lukrative gemeinsame Sonderwirtschaftszone mit China verantwortlich. Die Gewinne gab er aber nicht im "Büro 39" ab, sondern steckte sie in die eigene Tasche - sein Todesurteil.

Michael Raska, Sicherheits- und Verteidigungsexperte an der S. Rajaratnam School of International Studies, fordert in der "Welt am Sonntag", den Cashflow und den Geschenkefluss zu bremsen, um den brutalen Diktator so in Schwierigkeiten zu bringen. Allerdings gebe es Widerstand in den Schlüsselmärkten der importierten Luxuswaren: Deutschland und Österreich.

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