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Kim Jong-uns Halbbruder: Es war Mord

Neue Hinweise

Kim Jong-uns Halbbruder: Es war Mord

Die Hinweise auf einen tödlichen Mordanschlag gegen den ältesten Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un verdichten sich. Die Polizei in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur bestätigte, dass der 45-jährige Kim Jong-nam auf dem internationalen Flughafen der Stadt angegriffen wurde. Auf dem Weg in ein Krankenhaus starb er dann.

Die Leiche wurde am Mittwoch zur Obduktion in eine andere Klinik gebracht. Südkoreas Geheimdienst warf Nordkorea vor, seit Jahren einen Anschlag geplant zu haben. Der Angriff ereignete sich nach einem Bericht der malaysischen Zeitung "The Star" bereits am Montag um 09.00 Uhr Ortszeit (02.00 Uhr MEZ). Der Fall wurde aber erst am Dienstag publik. Unterschiedliche Darstellungen gab es darüber, wie Kim Jong-nam überfallen wurde. Offiziell gab es von der Polizei dazu keine Informationen. Die malaysischen Behörden machten auch keine Angaben, wann das Ergebnis der Obduktion bekanntgegeben werden sollen.

Giftiger Spray von zwei Frauen ins Gesicht gesprüht

In verschiedenen Berichten hieß es, Kim Jong-nam sei von zwei Frauen - angeblich Agentinnen des nordkoreanischen Geheimdienstes - ein giftiger Spray ins Gesicht gesprüht worden. Andernorts war davon die Rede, dass ihm ein Tuch mit Gift auf Mund und Nase gedrückt worden sei. Die beiden mutmaßlichen Täterinnen sollen anschließend mit einem Taxi geflohen sein. Klarheit über den genauen Hergang sollen die Aufnahmen der Flughafen-Überwachungskameras bringen.

Ein Fernsehsender in Südkorea hatte anfangs berichtet, der 45-Jährige sei mit "Giftnadeln" gestochen worden. Polizeisprecher Dato Abdul Samah sagte zu solchen Berichten nur: "Wir untersuchen die Ursachen des Todes und warten auf das Ergebnis der Obduktion." Kim Jong-nam soll sich nach dem Angriff an den Informationsschalter des Flughafens gewandt haben. Wegen heftiger Kopfschmerzen sei er dann zunächst in die Flughafenklinik gebracht worden.

Der 45-Jährige war der älteste Sohn des früheren Diktators Kim Jong-il und wurde früher auch als möglicher Nachfolger gehandelt. Dann fiel er jedoch in Ungnade. Nach dem Tod des Vaters im Dezember 2011 rückte sein jüngerer Halbbruder an die Spitze des kommunistischen Staates auf. Kim Jong-nam lebte die vergangenen Jahre überwiegend in China und südostasiatischen Ländern.

Südkoreas Geheimdienstchef Lee Byung-ho behauptete vor Abgeordneten in Seoul, dass der Nordkoreaner einem Giftanschlag zum Opfer gefallen sei. Das Regime in Pjöngjang habe seit fünf Jahren versucht, Kim Jong-nam aus dem Weg zu räumen, sagte Lee nach Angaben des Vereinigungsministeriums. Wie genau Kim, der zuletzt unter dem Schutz der chinesischen Regierung gestanden habe, umgekommen sei, sei noch unklar.

Über die möglichen Motive für den mutmaßlichen Anschlag wurde auch in Seoul spekuliert. "Es ist schwierig zu sagen, warum er getötet wurde," sagte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums.
 

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