Kind in Deutschland stirbt an Cholera

Infektionskrankheit

Kind in Deutschland stirbt an Cholera

Erstmals seit mehreren Jahrzehnten ist in Deutschland ein Mensch höchstwahrscheinlich an Cholera gestorben. Das einjährige Mädchen - zuerst war von einem Buben die Rede gewesen - war mit seiner Familie aus Pakistan zurückgekehrt. Seine drei Geschwister erkrankten ebenfalls. Stuhlproben der Kinder hätten den Anfangsverdacht bestätigt, teilte das Klinikum Frankfurt Höchst am Freitag mit. Weitere Tests sollen aber folgen.

Die Familie aus Pakistan lebt seit Jahren im Taunus. Die Kinder waren erst am Mittwoch mit ihren Eltern nach Deutschland zurückgekehrt und mit starken Beschwerden in das Frankfurter Krankenhaus gebracht worden. Das jüngste Kind war bereits in der Nacht auf Donnerstag gestorben, den Zustand der anderen drei Kinder bezeichneten die Ärzte als "ausreichend stabil". Sie seien nicht mehr in Lebensgefahr. Die Geschwister sind zwei bis vier Jahre alt.

Falls alle Tests die Diagnose bestätigten, handle es sich um die bisher größte Gruppenerkrankung an Cholera in Deutschland, sagte Prof. Klaus Stark vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Die meldepflichtige Cholera wird nur selten eingeschleppt. So waren dem RKI seit 2002 - vor den jüngsten Fällen - deutschlandweit nur zehn Erkrankungen nach Reisen gemeldet worden. Eine weitere Infektion im Jahr 2001 ist vermutlich auf importierte Lebensmittel zurückzuführen. Seit Jahrzehnten hat es keinen Todesfall in Deutschland gegeben.

Cholera-Erreger finden sich in verunreinigtem Trinkwasser und lösen starkes Erbrechen sowie reiswasserartigen Durchfall aus. Der Körper verliert unter Umständen bis zu 20 Liter Wasser am Tag. Im Extremfall kann dies innerhalb von kurzer Zeit tödlich enden.

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