13. Juni 2010 12:03
Vitali Klitschko (38), Schwergewichtsboxer und Politiker, hat das Amt des
Bürgermeisters der ukrainischen Hauptstadt Kiew abgelehnt. Präsident Viktor
Janukowitsch habe ihm das Angebot gemacht, die Millionenstadt zu führen,
schrieb die Wochenzeitung "Serkalo Nedeli" in Kiew.
Klitschko, der 2008 bei der Bürgermeisterwahl einen dritten Platz belegt
hatte, begründete seine Absage mit dem Fehlen einer Machtbasis. Ohne eigene
Leute könnte er nur so etwas wie "die Königin von England" ohne echten
Einfluss sein. "Niemals könnte ich meine Pläne und Reformen für die
Hauptstadt umsetzen", sagte Klitschko mit Blick auf die korrupten Strukturen
der Kiewer Stadtverwaltung.
Klitschko will "trennende Mauer einschlagen"
In seiner
Heimat hatte Klitschko auf einem Gründungsparteitag im April die
demokratischen Allianz UDAR aus der Taufe gehoben und sich zum Vorsitzenden
wählen lassen. "Ich bin bereit, die Mauer einzuschlagen, die die
Gesellschaft und die Machthaber im Land heute trennt", sagte Klitschko
damals in seiner Rede. Ziel der Partei sei es, junge, aktive und
erfolgreiche Menschen zu vereinen, sagte der WBC-Champion. Der Name der
Partei steht für Ukrainische Demokratische Allianz für Reformen, das
russische Wort Udar bedeutet zudem Schlag oder auch Fausthieb.
Klitschko hatte Janukowitsch Unfähigkeit vorgeworfen, das Land in die
Zukunft zu führen. Nur eine neue Generation pro-europäischer junger Menschen
könne echte Veränderungen in der Ex-Sowjetrepublik durchzusetzen. Klitschko
ist seit der pro-westlichen Orangenen Revolution 2004 politisch aktiv ist.
Der promovierte Sportwissenschaftler hat seit 2006 ein Abgeordnetenmandat im
Stadtrat von Kiew.