Korea

Artilleriefeuer

Korea "am Rande des Krieges"

Nahe der Grenze von Nord- und Südkorea sind am Freitag erneut Artillerie-Geschoße abfeuert worden. Nordkorea hat offenbar eine militärische Übung an der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer abgehalten. Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums sagte am Freitag, dass zwischen Mittag und frühem Nachmittag Explosionen zu hören gewesen waren, die offenbar aus dem Norden stammten. "Wir nehmen an, dass es sich um Schießübungen handelt", so der Sprecher. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs schlugen keine Geschoße auf südkoreanischem Gebiet ein.

20 Granaten
Ein Militärsprecher sagte dem Fernsehsender YTN, rund 20 Granaten seien offenbar auf nordkoreanischem Boden eingeschlagen. Auf der grenznahen Insel Yeonpyeong, die am Dienstag beschossen worden war, verschanzten sich die verbliebenen Bewohner den Angaben zufolge in Luftschutzbunkern.

Nordkorea droht Süden wegen Militärmanöver
Die kommunistische Führung in Pjöngjang hat Südkorea und die USA nochmals vor der Abhaltung ihres ab Sonntag geplanten gemeinsamen Militärmanövers gewarnt. Die Übungen der "amerikanischen Imperialisten und ihrer südkoreanischen kriegstreiberischen Marionette" würden die koreanische Halbinsel "an den Rande des Krieges" bringen, so eine offizielle Erklärung.

Die Spannungen zwischen Norden und Süden sind an einen neuen Höhepunkt gelangt, nachdem Nordkorea am Dienstag die südkoreanische Insel Yeonpyeong beschossen hatte. Dabei wurden zwei südkoreanische Soldaten und zwei Zivilisten getötet, 18 weitere Menschen wurden verletzt. Südkorea erwiderte den Beschuss. Die USA bekräftigten am Mittwoch ihre Unterstützung für die Regierung in Seoul und erklärten, dass sie an dem seit längerem geplanten See- und Luftmanöver im Gelben Meer festhielten.

Neuer Verteidigungsminister in Südkorea
Lee Hee Won, bisher Sicherheitsberater des Präsidenten, wurde am Freitag zum neuen Verteidigungsminister Südkoreas ernannt.

Lees Vorgänger Kim Tae Young war tags zuvor zurückgetreten. Anlass war die Kritik vieler Landsleute, die Reaktion ihrer Regierung auf den nordkoreanischen Angriff vom Dienstag sei zu zurückhaltend gewesen.

Es würden verschiedene Stufen von Gegenangriffen festgelegt, ließ Staatschef Lee Myung Bak am Donnerstag in Seoul erklären. Dadurch solle die Armee auf "nordkoreanische Provokationen" künftig härter reagieren können. Die Bodentruppen entlang der Grenze zwischen Nord- und Südkorea sollen den Angaben zufolge "drastisch" verstärkt werden. Ein Beschluss von 2006 zur Truppenreduzierung bei den Marineinfanteristen werde rückgängig gemacht.
 

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