Krawalle vor Präsidenten-Stichwahl

Cote d'Ivoire

© EPA

Krawalle vor Präsidenten-Stichwahl

Überschattet von gewalttätigen Auseinandersetzungen haben die Wähler im westafrikanischen Staates Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) am Sonntag einen neuen Präsidenten gewählt. In der Nacht vor der Stichwahl zwischen Amtsinhaber Laurent Gbagbo und dem früheren Regierungschef Alassane Ouattara waren bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften mindestens drei Menschen getötet worden. Wie der britische Rundfunksender BBC aus dem westafrikanischen Land berichtete, hat die Polizei in der Hafenstadt Abidjan das Feuer auf eine Menschenmenge eröffnet, die gegen eine kurz zuvor verhängte Ausgangssperre protestierte.

Ausgangssperre bis Mittwoch
Die Ausgangssperre soll zunächst bis Mittwoch gelten - früher wird auch keine Bekanntgabe der Wahlergebnisse erwartet. Es war bereits in den vergangenen Wochen wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Anhängern Gbagbos und Ouattaras gekommen. Ouattare wird vor allem in den ehemaligen Rebellengebieten unterstützt. In der ersten Wahlrunde am 31. Oktober hatte Gbagbo 38 Prozent der Stimmen erhalten. Für Ouattara stimmten 32 Prozent der Wähler, vor allem aus dem Norden. Die Wahlbeteiligung lag mit etwa 80 Prozent der 5,7 Millionen Wähler sehr hoch, Beobachter lobten den friedlichen Wahlverlauf. Auch am Sonntag wurde vor allem aus Abidjan eine hohe Wahlbeteiligung gemeldet.

UNO-Friedenstruppen aufgestockt
Die UNO-Friedenstruppen in Cote d'Ivoire wurden um mehrere hundert Blauhelme auf fast 10.000 Mann aufgestockt, um im Fall von Unruhen die Lage stabilisieren zu können. Die Wahl gilt als wichtiger Schritt im Friedensprozess nach dem 2003 beendeten Bürgerkrieg und bei der Überwindung der Teilung des Landes. Die ehemaligen Rebellen, die seit 2007 in einer Regierung der nationalen Einheit vertreten sind, kontrollieren die nördlichen Regionen des Landes.

Die Wahlen in Cote d'Ivoire, dem größten Kakaoproduzenten der Welt, sind längst überfällig - Gbagbos reguläre Amtszeit war bereits 2005 abgelaufen. Wegen Problemen bei der Wahlvorbereitung und innenpolitischen Unruhen musste der Urnengang jedoch sechsmal verschoben werden.

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