Krebserregende Substanzen im Wasser

Ölpest in Italien

© EPA

Krebserregende Substanzen im Wasser

Nach der durch einen Sabotageakt in einer norditalienischen Raffinerie ausgelösten Ölpest haben die Behörden nun krebserregende Substanzen in den Gewässern unweit der Po-Mündung festgestellt. Der Bürgermeister der Gemeinde Porto Tolle warnte, dass Gefahr für das Trinkwasser bestehen könnte. Die Verunreinigung sei nicht auf das Diesel- und Heizöl zurückzuführen, das am Dienstag in den Po-Zufluss Lambro geflossen war. Unbekannte hätten die Ölpest offenbar genutzt, um verbotene Substanzen illegal im Fluss zu entsorgen.

500 Tonnen aufgesagt
Zwei Schiffe der italienischen Küstenwache gingen in der Adria vor der Po-Mündung vor Anker, um die schwarze Ölmasse zu stoppen. Die beiden Schiffe sind ausgerüstet, um den Ölteppich aufzusaugen. Der italienische Zivilschutz versicherte, dass eine größere Umweltkatastrophe abgewendet worden sei.

"Wir haben den Ölteppich gestoppt. Mindestens 500 Tonnen sind aufgesaugt worden. Natürlich wird man noch viel Öl-Spuren von den Ufern des Flusses Po beseitigen müssen: Wir haben aber eine Katastrophe abgewendet, wie jene, die sich vor einigen Jahren auf der Donau ereignet hatte", sagte der Zivilschutzsprecher Nicola Dell'Acqua. Es sei noch zu früh, um festzustellen, welche langfristigen Folgen die Ölpest für das Ökosystem des Flusses Po haben werde.

20 Millionen Euro zur Verfügung
Der Präsident der Lombardei, Roberto Formigoni, erklärte, die Region werde 20 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um den Fluss Lambro unweit der Stadt Monza zu säubern, in dem hunderttausende Liter Öl geraten sind.

600.000 Liter Diesel- und Heizöl waren am Dienstag aus drei Raffinerie-Tanks nahe der lombardischen Stadt Monza in den Lambro, einen Nebenfluss des Po, gelangt. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Angenommen wird unter anderem, dass die Täter auf diese Weise ein Projekt verhindern wollten, das eine Grünzone in der dicht bebauten Region nahe der Stadt Monza vorsieht.

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