Kumpel können Bohrer schon hören

Freude

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Kumpel können Bohrer schon hören

Die Bohrarbeiten zur Rettung der seit mehr als einem Monat in 700 Metern Tiefe verschütteten chilenischem Bergleute kommen offenbar gut voran. Am Dienstag erreichte der zweite, seit Sonntag eingesetzte Bohrer eine Tiefe von 123 Metern, wie der Ingenieur Miguel Fort sagte. Am Montag war der Bohrer "T-130" erst in eine Tiefe von 26 Metern vorgedrungen. Der erste Bohrer "Strata 950" hatte die 100-Meter-Marke am Montag nach einer Woche Einsatz erreicht und und ist derzeit auf 113 Meter Tiefe vorgedrungen. Durch einen dieser Schächte sollen die 33 Bergleute befreit werden.

Der zweite Bohrer soll den bereits bestehenden Versorgungsschacht von derzeit zwölf Zentimetern vergrößern, wohingegen "Strata 950" sich komplett neu ins Gestein graben muss. Beide Bohrlöcher werden zunächst einen Durchmesser von 30 Zentimetern haben und sollen in einem zweiten Schritt auf bis zu 70 Zentimeter erweitert werden. Eine Rettung der Bergleute über den zweiten Schacht gilt zumindest bislang nur als "Plan B", die Rettungskräfte sprachen von einer "gesunden Konkurrenz" zwischen den Bohrungen.

Die Rettungskräfte arbeiten auch an einem "Plan C", bei dem nach Vorarbeiten ab dem 18. September ein riesiger Ölbohrer zum Einsatz kommen soll. Den Einsatzkräften zufolge könnten die Bergleute in einem "optimistischen Szenario" Anfang November, sonst Anfang Dezember gerettet werden. Die Bergleute konnten unterdessen bereits Geräusche von den Bohrarbeiten hören. "Sie sind glücklich, weil sie merken, dass es vorangeht", sagte Ingenieur Rene Aguilar.

Zwei der Bergleute müssen inzwischen mit Medikamenten behandelt werden. Einer der Bergleute erhält Antibiotika wegen starker Zahnschmerzen, der andere wird wegen erhöhten Blutdrucks behandelt, wie die Rettungskräfte mitteilten. Der Arbeiter litt demnach bereits vor dem Unglück unter erhöhtem Blutdruck.

Ein willkommene Abwechslung sollte den Bergleute am Nachmittag (Ortszeit) geboten werden: Ein Freundschaftsspiel zwischen der chilenischen Nationalmanschaft und der Auswahl aus der Ukraine sollte über eine Fiberglasleitung live in die Rettungskammer übertragen werden, in der sich die Bergleute aufhalten. Das dürfte vor allem einen der Bergleute erfreuen: Franklin Lobos war Anfang der 1980 selbst international spielender Profifußballer. Über das Kommunikationssystem hatten die Bergleute bereits Kontakt mit ihren Angehörigen aufnehmen können.

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