26. August 2010 06:42
Nun wissen es die seit 19 Tagen in einem Bergwerk in Chile verschütteten
Kumpel: Sie müssen noch Monate "in der Hölle" auf ihre Rettung warten. Den
Bergleuten sei mitgeteilt worden, dass eine Rettung vor dem Nationalfeiertag
am 18. September nicht möglich sei, "wir aber hoffen, Weihnachten mit ihnen
zusammen zu sein", sagte Gesundheitsminister Jaime Manalich.
Angst vor Depressionen
Er erwarte, dass die nach dem ersten
Kontakt am Sonntag unter den Verschütteten entstandene Euphorie nun zunächst
in "Depressionen, Angst und Niedergeschlagenheit" umschlage. Dass
die für ihre Rettung notwendige Bohrung eines neuen Schachts voraussichtlich
drei bis vier Monate dauern wird, wussten die Verschütteten bisher nicht.
Ex-Fußballstar verschüttet
Unter den verschütteten
Minenarbeitern befindet sich auch der chilenische Ex-Fußball-Profi Franklin
Lobos. Der heute 53-Jährige spielte in seiner aktiven Zeit für chilenische
Erstliga-Clubs und auch für die Nationalmannschaft ("La Roja").
Nationalcoach Marcelo Bielsa schickte Lobos, der mit 32 weiteren
Leidensgefährten festsitzt, ein von den Nationalspielern signiertes Trikot.
Zuvor hatte Lobos von Chiles früherem Mannschaftskapitän, Ivan Zamorano,
Grüße erhalten.
"Danke für alle die Worte, danke den Fans. Ich hoffe, bald
rauszukommen. Ich danke auch Ivan Zamorano für seine Worte", ließ
der Ex-Profi ausrichten. Lobos spielte unter anderem als offensiver
Mittelfeldspieler für den Club Cobresal und Deportes La Serena.
Die 33 Bergleute sitzen seit dem 5. August in knapp 700 Metern Tiefe fest.
Damals stürzte die kleine Gold- und Kupfermine San Jose am Rand von Copiapo
in der Atacama-Wüste, etwa 850 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago,
ein. Am Sonntag wurde der erste Kontakt hergestellt, am Tag darauf wurden
die Kumpel über ein acht Zentimeter dünnes Rohr erstmals mit Vorräten
versorgt.