Libanesen-Clans terrorisieren Essen

Kriminelle Großfamilien

Libanesen-Clans terrorisieren Essen

Am Wochenende kam es in der deutschen Stadt Essen zu einer Messerstecherei, bei der ein 29-jähriger und ein 44-jähriger Mann auf offener Straße aufeinander losgingen. Ursache: In einer libanesischen Großfamilie war ein Streit eskaliert.

Kurze Zeit später wurde der Besitzer einer Shisha-Bar sechsmal angeschossen. Der 21-Jährige schwebt noch immer in Lebensgefahr.

Schwierige Ermittlungen
Obwohl die Polizei auf Hochtouren arbeitet, würden sich die Ermittlungen im libanesischen Clanumfeld laut einem Polizeisprecher "als sehr schwierig" gestalten. Vier Personen wurden bis jetzt festgenommen, außerdem werden zurzeit Zeugen vernommen.

Um den kriminellen Großfamilien ein Ende setzen zu können, möchte die Stadt nun härter durchgreifen. "Wir werden gemeinsam mit Polizei, Stadtverwaltung und der Justiz alle Möglichkeiten ausschöpfen, um rechtsfreie Räume in unserer Stadt zu verhindern", erklärte der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen am Dienstag.

Konsequente Abschiebung
Wie die "WAZ" berichtet, möchte Essen deshalb alle Straftäter aus jener Szene konsequent abschieben. Darüber hinaus wollen die Behörden einschlägige Treffs und Lokale verstärkt beobachten: Die Libanesen-Clans müssen in etwa bei Verstößen gegen das Bauordnungs- oder das Lebensmittelrecht sowie gegen Brandschutzvorschriften mit Sanktionen rechnen.

Um junge Mitglieder libanesischer Clans davon abzuhalten, eine kriminelle Linie einzuschlagen, will die Stadt Anreize schaffen. Der Bürgermeister wolle sich dafür einsetzen, "denjenigen eine Bleibeperspektive zu erarbeiten, die nicht straffällig geworden sind und eine gute Perspektive auf Integration in unserer Stadt haben."

Aufenthaltserlaubnis
So sollen in etwa Menschen, die bisher nur geduldet wurden, eine Aufenthaltserlaubnis bekommen. Peter Renzel, der Beigeordnete für die Fachbereiche Jugend, Bildung, Gesundheit, Arbeit und Soziales der Stadt Essen erklärte gegenüber dem WDR, dass Jugendliche eine gesicherte Aufenthaltsperspektive bräuchten, wenn sie in Essen geboren wurden und aufgewachsen sind. Somit müssten sie nicht immer in der Angst leben, abgeschoben zu werden.

Außerdem soll jungen Menschen die Chance auf Arbeit durch Pass-Ersatzpapiere ermöglicht werden. Mit dem Konzept "Chancen bieten - Grenzen setzen" versucht die Stadt Essen bereits seit 2008, die kriminellen Machenschaften der Libanesen-Clans zu unterbinden. Die neuen Maßnahmen sollen dabei behilflich sein. Nun wollen "externe Experten" die Ergebnisse evaluieren.

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