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Nach Abschuss der Boeing

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MH17: Obama nimmt Putin in die Pflicht

US-Präsident Barack Obama hat nach dem mutmaßlichen Abschuss eines Verkehrsflugzeugs über der Ostukraine den Druck auf Russland erhöht. Russland und Präsident Wladimir Putin trügen eine direkte Verantwortung dafür, die prorussischen Separatisten zur Zusammenarbeit mit den internationalen Ermittlern zu zwingen, sagte Obama am Montag im Weißen Haus.

Putin müsse nun seinen Bekundungen zur Kooperationsbereitschaft auch Taten folgen lassen. Russland müsse dafür sorgen, dass die Separatisten die Untersuchungen zur Absturzursache nicht länger behinderten. "Was haben sie zu verbergen", fragte Obama. Die Ermittler-Teams müssten freien Zugang zur Absturzstelle und den Leichen erhalten. Sollte Russland seinen Kurs nicht ändern, würde es sich nur weiter isolieren und einen immer höheren Preis dafür zahlen müssen.

Suche nach Opfern offiziell beendet
Der ukrainische Vize-Premier Wolodymyr Groysman hatte zuvor erklärt, die Suche nach den Opfern des Flugzeugabsturzes sei nun offiziell beendet. Die Helfer hätten 282 Leichen sowie 87 Leichenteile der übrigen 16 Todesopfer gefunden. Die sterblichen Überreste von mindestens 251 Opfern seien in Eisenbahn-Kühlwaggons gebracht worden.

Der Zug soll nach Angaben Groysmans um 19.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MESZ) von der Ortschaft Tores in die rund 300 Kilometer entfernte Stadt Charkow fahren. Dort warte bereits eine internationale Gruppe von 31 Experten unter anderem aus den Niederlanden und Deutschland, sagte der Vizeregierungschef. In einem letzten Schritt sollten die Leichen der Opfern dann in die Niederlande zur Identifizierung geflogen werden.

Bereits am Freitag hatte Obama erklärt, dass viele Indizien auf eine Verantwortung der prorussischen Separatisten hinweisen würden. Allerdings hütete er sich noch vor einer ausdrücklichen Schuldzuweisung. Sein Außenminister John Kerry wurde am Sonntag expliziter und beschuldigte Russland, den prorussischen Separatisten jenes Raketensystem zur Verfügung gestellt zu haben, mit dem das Flugzeug abgeschossen worden sei: "Es ist ziemlich klar, dass dieses System von Russland in die Hände der Separatisten gelangte", sagte er dem US-Nachrichtensender CNN.

MH17-Flugschreiber werden an Malaysia übergeben
Die beiden von pro-russischen Rebellen gefundenen Flugschreiber der abgestürzten malaysischen Passagiermaschine sollen noch am heutigen Montag an malaysische Behörden übergeben werden. Dies solle um 21.00 Uhr ukrainische Ortszeit erfolgen, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den malaysischen Premier Najib Razak am Montagabend.

Zuvor hatte der stellvertretende Ministerpräsident der Ukraine, Wolodymyr Groysman, die Rebellen beschuldigt, die Flugschreiber (Black Box) manipuliert zu haben. "Es gibt Informationen wonach sie in der vergangenen Tagen Dinge mit ihnen gemacht haben", erklärte er bei einer Pressekonferenz.
 

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