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Malis Präsident Traore ruft Geber zu

Knapp 960 Millionen Dollar nötig

Malis Präsident Traore ruft Geber zu "massiver Unterstützung" auf

Der malische Übergangspräsident Dionkounda Traore hat am Dienstag bei der Geberkonferenz für das Krisenland die gesamte internationale Gemeinschaft zu "massiver Unterstützung" für seine Heimat aufgerufen. Gewalt müsse immer das letzte Mittel sein, sei aber in Mali "unvermeidlich" gewesen, da die islamischen Extremisten eine Bedrohung für die ganze Welt dargestellt hätten, sagte Raore in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Die Offensive der alliierten Truppen gegen die Islamisten im Norden Malis wird nach den Worten eines malischen Armeesprechers fortgesetzt.

Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS teilte bei dem Treffen mit, dass insgesamt knapp 960 Millionen Dollar (714,07 Mio. Euro) nötig seien, um die Terroristen im Norden des Landes zu besiegen und die bereits zurückeroberten Gebiete unter Kontrolle zu halten. Deutschland wird zusätzlich 20 Millionen Dollar zur Verfügung stellen, wie Außenminister Guido Westerwelle dazu in Berlin ankündigte. Außerdem verpflichteten sich mehrere afrikanische Staaten zu einem finanziellen Beitrag: Benin, die Elfenbeinküste und Senegal wollen je zwei Millionen Dollar beisteuern, Nigeria fünf Millionen, Ghana drei Millionen und Gambia eine Million.

Das Geld wird für den Mali-Fonds der Vereinten Nationen für die afrikanische Unterstützungsmission AFISMA und für die malischen Streitkräfte bereitgestellt. Unter der Ausrüstung für die malische Armee sind nach Angaben des Auswärtigen Amts Lastwagen, ein Feldlazarett und Splitterschutzwesten.

Westerwelle betonte: "Bei aller Richtigkeit des militärischen Einsatzes müssen wir aber auch weiter mit Nachdruck darauf hinarbeiten, dass in Mali ein ernsthafter Verhandlungsprozess in Gang kommt." Langfristig könne es nur eine politische Lösung geben. Die Afrikanische Union (AU) hat angekündigt, sich mit 50 Millionen Dollar an der Gesamtsumme zu beteiligen. Die Europäische Union gibt 50 Millionen Euro, woran Deutschland nochmals beteiligt ist. Zudem will die EU Militärausbilder entsenden.

Nach der Eroberung der Städte Gao und Timbuktu werde es weiter in Richtung Norden nach Kidal gehen, der letzten großen Stadt in Rebellenhand, sagte ein Offizier am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in der Hauptstadt Bamako. "Die Zeit ist günstig für die Alliierten". Zunächst gehe es natürlich um die Sicherung und Kontrolle der wiedereroberten Städte und Gebiete, betonte der Offizier. Die in der afrikanischen Mali-Truppe vereinigten Streitkräfte würden weiter aufgestockt. In Gao seien Soldaten aus dem Tschad und aus Nigeria. Weitere westafrikanische Soldaten würden bald dazustoßen.

Die französischen und malischen Truppen hatten in den vergangenen Tagen Gao und Timbuktu besetzt. Dabei stießen sie kaum auf Widerstand der Islamisten.

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