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Marine Le Pen folgt ihrem Vater nach

Front National

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Marine Le Pen folgt ihrem Vater nach

Die Europaabgeordnete Marine Le Pen folgt offenbar ihrem Vater Jean-Marie an der Spitze der rechtsextremen französischen Partei Front National nach. Die stellvertretende Parteivorsitzende setzte sich laut einem Mitglied des Parteivorstands in einer Mitgliederbefragung mit etwa zwei Dritteln der Stimmen gegen ihren Herausforderer Bruno Gollnisch durch. Das endgültige Ergebnis sollte erst beim FN-Parteitag am Sonntag verkündet werden.

Jean-Marie war fast 40 Jahre Parteichef
Die Information über den Ausgang der Abstimmung war bereits am Freitagabend durchgesickert, wie ein ranghohes Parteimitglied bestätigte. Zwischen 23.000 und 24.000 Parteianhängern waren aufgerufen, erstmals in einer demokratischen Abstimmung für den Parteivorsitz zu votieren. Jean-Marie Le Pen hatte die Front National fast 40 Jahre lang geleitet und sich immer wieder per Handzeichen zum Parteichef wählen lassen.

Marine Le Pen für "Entdämonisierung"
Für Gollnisch, der ebenfalls Parteivize ist, bedeutet das Ergebnis eine klare Niederlage. Während sich Gollnisch den traditionellen Positionen der extremen Rechten verschrieben hatte, macht sich Marine Le Pen für eine "Entdämonisierung" der Partei stark. Für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr werden der 42-Jährigen bis zu 18 Prozent der Stimmen vorhergesagt. Ihr 82-jähriger Vater, der sich mehrfach wegen ausländerfeindlicher Äußerungen vor Gericht verantworten musste, soll Ehrenpräsident der Partei werden.

Die französische Organisation SOS Racisme, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzt, verurteilte die Wahl von Marine Le Pen. Der Präsident der Organisation, Dominique Sopo, erklärte am Samstag, ein "Hassredner" werde durch eine "Hassrednerin" ersetzt, und warf Marine Le Pen "rassistische Stigmatisierung von Teilen der Bevölkerung" vor.

Am Samstagnachmittag wollten Menschenrechtsgruppen, Gewerkschaften und linksgerichtete Parteien gegen den Parteitag der Front National protestieren. Seit Freitag hatten bereits Sicherheitskräfte in hoher Zahl vor dem Parteitagsgebäude Posten bezogen.

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