"Krise noch nicht vorbei"

Medwedew signalisiert Hilfsbereitschaft für Zypern

Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew hat die Bereitschaft seines Landes zu weiteren Finanzhilfen für das Euro-Land Zypern signalisiert. "Wir denken, dass die größte Last für die Lösung dieser Probleme von Zypern und den EU-Staaten übernommen werden sollte", sagte Medwedew dem "Handelsblatt" vom Montag. "Doch wir weigern uns nicht, unter bestimmten Umständen zu helfen." Erst müssten aber von der EU die Bedingungen für eine Unterstützung vereinbart werden. "Früher kann es von uns kein Geld geben", sagte Medwedew. Im Übrigen habe Russland Zypern schon 2011 mit 2,5 Mrd. Dollar (1,86 Mrd. Euro) geholfen.

Medwedew warnte davor, auch die Anleger bei zyprischen Banken - darunter sind viele russische - bei der Lösung der Probleme zur Kasse zu bitten. "Natürlich wäre es schlecht, wenn die Anleger Geld verlieren", sagte er. Jetzt müsse aber erst einmal die EU ihre Forderungen an das Land formulieren.

Der russische Regierungschef bescheinigte den Europäern bei der Lösung ihrer Staatsschuldenpläne Fortschritte. Es sei zu sehen, "dass die Euro-Staaten ihre kurzfristigen Probleme in den Griff bekommen haben". Er unterstrich aber auch: "Natürlich: Die Krise ist noch nicht vorbei." Anleihen der Europäer werde Russland trotz aller Fortschritte derzeit nicht kaufen. Im Übrigen beunruhige ihn auch das hohe US-Staatsdefizit.

Dem Euro schreibt Medwedew trotz der aktuellen Probleme etlicher Mitglieder der Eurozone weiter eine wichtige internationale Bedeutung zu. "Die Idee des Euros an sich ist positiv", sagte er. Die Weltwirtschaft benötige mehrere Reservewährungen. Dazu gehörten neben dem Dollar der Euro, aber auch weitere Währungen, wie der chinesische Yuan und der russische Rubel. Russland verfügt nach Medwedews Worten über Reserven von etwa 500 Mrd. Dollar, davon 42 Prozent in Euro. "Damit teilen wir bereits die Risiken auch des Euros", sagte er dazu.

Russland will seine Präsidentschaft in der Gruppe der 20 großen Schwellen- und Industrieländer (G-20) Medwedew zufolge vor allem dazu nutzen, die Förderung des Wachstumstempos in der Welt und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit voranzubringen. Es müsse Schluss sein mit der endlosen Diskussion darüber, ob Wirtschaftswachstum und Konsolidierung zusammengehen können. "Es muss beides geben", sagte er.

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