15. März 2010 07:28
Zwei Wochen nach dem schweren Erdbeben in Chile hat Sonntagabend ein
Stromausfall fast das ganze Land in Dunkelheit versinken lassen. Nach
Angaben des Katastrophenschutzes waren etwa 80 Prozent der 17 Millionen
Einwohner Chiles betroffen. Die Regierung geht davon aus, dass das Stromnetz
durch das Beben so stark beeinträchtigt wurde, dass es jetzt zusammenbrach.
Die Situation normalisierte sich aber wieder
"Leute hatten Angst"
In der Hauptstadt Santiago gingen
kurz vor 21.00 Uhr Ortszeit (1.00 Uhr MEZ) plötzlich alle Lichter aus.
Mehrere U-Bahn-Stationen und Einkaufszentren wurden evakuiert. "Die Leute
hatten Angst, aber die Evakuierung ging dann ganz normal von sich",
berichtete der Chef der U-Bahn von Santiago, Clemente Pérez. Nach knapp
einer Stunde kam der Strom in der Hauptstadt langsam wieder, in den
restlichen Gebieten normalisierte sich die Lage bis Mitternacht weitgehend.
Ein Konzert für die Opfer des Erdbebens in Santiago wurde abgebrochen,
ebenso ein Fußballspiel.
Ursache war vermutlich eine Panne in einem Transformator in der Nähe von
Temuco im Süden des Landes. Die Anlage war nach Angaben des Chefs der
zuständigen Energieversorgerfirma vermutlich bei dem schweren Erdbeben Ende
Februar beschädigt worden. Der Ausfall reichte von Tal Tal im Norden bis
nach Los Lagos im Süden des langgestreckten Landes.
Stromnetz litt unter Beben
Auch der Leiter des Präsidialamtes,
Cristian Larroulet, macht das Beben für die Panne verantwortlich. "Das ist
eine weitere Konsequenz des Bebens", sagte Larroulet vor Journalisten. Das
Stromnetz habe darunter gelitten, das mache sich jetzt bemerkbar.
Bei dem Beben der Stärke 8,8 waren mindestens 500 Chilenen umgekommen.
Seitdem wurden mehr als 270 Nachbeben registriert. Bereits nach dem Beben
waren mehrere Regionen tagelang ohne Strom, erst vor wenigen Tagen war die
Versorgung dort zu drei Vierteln wiederhergestellt. Im vergangenen November
hatte ein gigantischer Stromausfall weite Teile Brasiliens stundenlang in
Finsternis getaucht. Schätzungsweise 50 Millionen Menschen - mehr als ein
Viertel der Bevölkerung - waren damals davon betroffen.