Menschenrechtsgruppen prangern Hinrichtungen in Mali an

Malische Soldaten haben nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten zahlreiche außergerichtliche Hinrichtungen und andere Menschenrechtsverstöße begangen. Die Internationale Vereinigung der Ligen für Menschenrechte (FIDH) forderte am Mittwoch in Paris eine unabhängige Untersuchungskommission. Die malische Regierung oder - "wenn nötig" - der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) müssten den Vorwürfen nachgehen.

Der Organisation zufolge gab es seit dem französischen Militäreinsatz gegen die Islamisten im Norden Malis, der am 10. Jänner begann, eine Reihe von außergerichtlichen Hinrichtungen vor allem in den Städten Sevaré und Mopti in Zentralmali sowie in Nioro im Westen des Landes. Allein in Sevaré seien mindestens elf Menschen in einem Lager des malischen Militärs exekutiert worden.

Unter Berufung auf Beobachter vor Ort hieß es in der Erklärung weiter, in derselben Region seien zudem etwa 20 Menschen exekutiert und in Brunnen geworfen oder verscharrt worden. In Nioro sollen zwei Tuareg von malischen Soldaten hingerichtet worden sein.

Der IStGH hatte Mitte Jänner Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen in Mali eingeleitet. Dabei geht es aber in erster Linie um von Islamisten verübte Taten im Norden des Landes.

Nach einem Putsch im März vergangenen Jahres hatten islamistische Gruppen den Norden Malis erobert. Derzeit geht die französische Armee gemeinsam mit dem malischen Militär gegen die Rebellen vor.

Frankreichs Premierminister Jean-Marc Ayrault versicherte am Mittwoch, die französischen Soldaten würden nicht dauerhaft im Norden Malis bleiben. Vielmehr sollten westafrikanische Truppen später in der Region die Verantwortung übernehmen.

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