So hart wird gegen Erdogan-Gegner vorgegangen

Modezar von Wut-Mob verprügelt:

So hart wird gegen Erdogan-Gegner vorgegangen

Er ist keiner, der sich den Mund verbieten lässt. Der türkische Modedesigner und bekennender Homosexueller Barbaros Sansal hat bereits viel durchgemacht. Jetzt sitzt er in Haft. Ihm wird Volksverhetzung vorgeworfen. Der Grund war eine Twitterbotschaft an Silvester. Darin kritisiert er die Zustände in seinem Land. Die Partys gingen ihm zu weit, „während es so viel Dreck, Schändlichkeit und Armut im Land gibt“, berichtet „Daily News“.

In einem Video spricht er von „zahlreichen inhaftierten Journalisten“ und er berichtet über „Korruption und Bestechung“. Mit Ironie und Sarkasmus beschreibt er den Zustand der Gesellschaft in der Türkei und dem steigenden Islamismus. Dann holt er zum Rundumschlag aus. Er werde jetzt alle alkoholischen Getränke in der Hotelbar austrinken und dir Türkei solle „in ihrer eigenen Scheiße ersticken“.

Zu viel für die türkische Justiz. Der Modezar, der gerade seinen Urlaub im türkischen Teil Zyperns verbracht hat, wurde sofort ausgewiesen. Nachdem die staatliche Nachrichtenagentur „Anadolu“ seine Ankunftszeit verbreitet hatte,  wartete bereits ein wütender Mob auf ihn, als er am Atatürk-Flugahfen in Istanbul ankam. Sie prügelten auf ihn ein, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Demnach sollen sogar Flughafenmitarbeiter an der Attacke beteiligt gewesen sein.

Der AKP-Bürgermeister Ankaras Melih Gökcek postete ein Bild von der Attacke und dem blutverschmierten Gesicht Sanals. Darunter schrieb er: Gewalt sei zwar abzulehnen, aber Verräter wie Sansal müssten eben mit dem Volkszorn rechnen. In der Türkei kann Kritik an der Regierung hart bestraft werden. Das musste auch Sansal am eigenen Leib erfahren.

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