Mörder von Tochter vor Exekution bewahrt

Vater interveniert

© Reuters

Mörder von Tochter vor Exekution bewahrt

In Saudi-Arabien hat ein Mann den Mörder seiner Tochter in letzter Sekunde vor der Enthauptung bewahrt. Die saudische Internet-Zeitung "Sabq" berichtete am Dienstag, der Henker habe am Montag auf dem zentralen Hinrichtungsplatz der Stadt Mekka bereits sein Schwert bereitgehalten, als plötzlich der 63 Jahre alte Vater des Opfers aus dem Kreis der Schaulustigen heraustrat und dem Todeskandidaten das Leben schenkte.

Der wegen Mordes zum Tode verurteilte 36-Jährige und seine Angehörigen weinten vor Freude. Der Mann hatte vor drei Jahren auf der Straße mit der erwachsenen Tochter des Mannes gestritten. Erst verprügelte er sie. Dann überfuhr er die junge Frau mit seinem Auto.

196.000 Euro geboten
In Saudi-Arabien urteilen die Gerichte auf der Grundlage einer besonders konservativen Auslegung der "Scharia" (islamisches Recht), die für Mord, Vergewaltigung und Totschlag den Tod durch das Schwert vorsieht. Die Familie eines Mordopfers hat jedoch die Möglichkeit, dem Täter zu verzeihen. Das Urteil wird dann nicht vollstreckt.

Oft wird ein sogenanntes Blutgeld an die Familie des Opfers gezahlt. Der Vater aus Mekka hatte sich jedoch mehrfach geweigert, ein "Blutgeld" zu akzeptieren. Die Familie des Todeskandidaten soll ihm mehr als eine Million Rial (etwa 196.000 Euro) geboten haben. Als er schließlich dem Mörder seiner Tochter verzieh, sagte er: "Ich tue dies nur für Gottes Lohn."

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