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Mohameds Entführer gesteht auch Mord an Elias (6)

Die entführten Kinder Mohamed und Elias sind vom selben Täter getötet worden. Der am Donnerstag festgenommene mutmaßliche Mörder des vierjährigen Flüchtlingsbuben Mohamed gestand auch die zweite Tat. "Er hat in der Vernehmung in der Nacht eingeräumt, Mohamed und Elias getötet zu haben", sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Freitag.

Kurz nach Entführung getötet

Zum Fall Mohamed schrieb die Polizei im Kurznachrichtendienst Twitter: "Der Tatverdächtige hat ausgesagt, den Vierjährigen schon am 2.10. kurz nach der Entführung getötet zu haben." Weiter hieß es: "Er hat außerdem erklärt, auch den vermissten sechsjährigen Elias aus Potsdam getötet zu haben."

Der kleine Flüchtlingsbub Mohamed ist vor seinem Tod sexuell missbraucht worden. Das teilten die Berliner Ermittler am Freitag mit. Der Tatverdächtige soll den Buben mit einem Gürtel erwürgt haben. Der 32-Jährige habe auch gestanden, den sechs Jahre alten Buben Elias aus Potsdam umgebracht und vergraben zu haben.

Anfang Juli verschwunden

Der sechsjährige Elias war Anfang Juli in Potsdam verschwunden, nachdem der Erstklässler zuletzt beim Spielen gesehen worden war. Hunderte Polizisten und Nachbarn durchsuchten in den folgenden Wochen die gesamte Umgebung der Wohnsiedlung Schlaatz - allerdings ohne Ergebnis.

elias2.jpg © AFP

Mohamed verschwand am 1. Oktober vor der Anlaufstelle für Flüchtlinge in Berlin, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso). Dort wollte seine aus Bosnien stammende Mutter Geld abholen, sie hatte einen Termin.

Überwachungskamera
Der Entführer Mohameds wurde mithilfe von Bildern aus Berliner Überwachungskameras gefasst. Ein Film zeigt den Mann, wie er am 1. Oktober mit dem Buben an der Hand das Gelände des Lageso verlässt. Ein Film aus einer anderen Kamera von einer 800 Meter entfernt liegenden Gaststätte zeigte den Mann, wie er sich kurz vorher alleine dem Lageso näherte. Besonders diese, erst vor kurzem veröffentlichten Aufnahmen, führten wegen ihrer besseren Qualität zu dem Täter.

Die Eltern des Mannes in Niedergörsdorf in Südbrandenburg erkannten ihren Sohn am Mittwochabend anhand der Bilder wieder. Die Mutter informierte am Donnerstag die Polizei. Der Sohn stellte sich an dem gemeinsamen Wohnort und brachte die Leiche des Buben im Kofferraum seines Autos mit.

Tipp von Mutter

Dass die Mutter des Entführers der Polizei den entscheidenden Hinweis gab, ist aus Sicht von Experten etwas Besonderes. "Das ist nicht selbstverständlich", sagte die Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Berliner Charite, Isabella Heuser. Die Frau dürfte zuvor eine Weile mit sich gerungen haben. "Mit Sicherheit hat die Mutter nicht das Fahndungsfoto gesehen und sofort zum Hörer gegegriffen", sagte Heuser.

Die Frau hatte ihren Sohn nach Darstellung der Polizei zunächst mit ihrem Verdacht konfrontiert. "Das kann auch schiefgehen und damit enden, dass die Eltern selbst angegriffen werden", erklärte die Psychologin. Insgesamt habe die Frau "ungeheuer mutig" gehandelt. "Die Mutter hat ethisch und moralisch das Richtige getan."

Suche nach Elias' Leiche angelaufen
Nach dem Geständnis des mutmaßlichen Mörders von Mohamed, auch Elias aus Potsdam getötet zu haben, wird die Leiche des zweiten Buben jetzt gesucht. In einer Kleingartenkolonie im brandenburgischen Luckenwalde sperrte die Polizei nach Angaben von Beobachtern ein Gebiet weiträumig ab und begann mit Grabungen. Ob der Hinweis auf den Ort von dem Tatverdächtigen selbst stammte, blieb unklar.

elias11.jpg © AFP

Nach Medienberichten soll der Täter den Körper des Sechsjährigen dort in einer Kleingartensiedlung vergraben haben. "Er hat in der Vernehmung in der Nacht eingeräumt, Mohamed und Elias getötet zu haben", sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Freitag nach der Vernehmung des 32-Jährigen.

Es dürfte sich in beiden Fällen um Sexualmorde handeln. Dazu äußerten sich aber zunächst weder Polizei noch Staatsanwaltschaft. Der vierjährige Flüchtlingsbub Mohamed war am 1. Oktober vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin-Moabit entführt worden. Seine Leiche hatte die Polizei am Donnerstag im Auto des Verdächtigen gefunden.



 

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