Zehn Tote, 16 Verletzte

Motiv für Anschlag in München weiter offen

Nach den tödlichen Schüssen in einem Münchner Einkaufszentrum ist das Motiv des 18-jährigen Deutsch-Iraners weiter unklar. Für eine Aussage, ob die Tat eher ein Amoklauf oder ein Terroranschlag gewesen sei, sei es zu früh, sagte Polizeipräsident Hubertus Andrä in der Nacht zum Samstag. Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund des Attentäters gibt es bisher nicht.

Der Mann hatte am Freitagabend nahe des Olympia-Einkaufszentrums (OEZ) neun Menschen mit einer Pistole getötet und 16 verletzt. Dann tötete er sich selbst. Polizei sowie Spezialeinheiten wie die GSG 9 waren mit 2300 Einsatzkräften im Stadtgebiet unterwegs, darunter auch österreichische Cobra-Beamte.

Keine Parallelen ziehen

Polizeipräsident Andrä wollte keine Parallelen zu den jüngsten Anschlägen mit islamistischem Hintergrund wie der Axtattacke in einem Zug bei Würzburg ziehen. "Derzeit sehen wir keine Ähnlichkeiten", sagte er. Am Samstagmittag (11.30 Uhr) will sich die Polizei erneut vor der Presse äußern.

In US-Geheimdienstkreisen wurde die Tat eher nicht als Terroranschlag bewertet: "Dadurch, dass er Schiit war, ist eine Verbindung zum Islamischen Staat, Al-Kaida oder einer anderen sunnitischen Gruppierung so gut wie ausgeschlossen", sagte ein Geheimdienstinsider der Nachrichtenagentur Reuters. Die beiden Glaubensrichtungen der Sunniten und Schiiten sind in großen Teilen des Nahen Ostens verfeindet. Deutsche und amerikanische Geheimdienste arbeiten bei der Terrorabwehr eng zusammen.

Dritter Terrorverdacht in kurzer Zeit

Es war das dritte Mal in kurzer Zeit, dass die vergleichsweise friedliche bayerischen Landeshauptstadt wegen Terrorverdacht in große Aufregung versetzt wurde. Zunächst erwies sich eine Anschlagswarnung in der Silvesternacht als Fehlalarm. Im Mai attackierte dann ein verwirrter Messerstecher im Vorort Grafing mehrere Menschen und tötete einen Mann. Zunächst wurde ein islamistischer Hintergrund vermutet, weil der Täter "Allahu akbar" (Gott ist groß) rief.

Zu einer weiteren Gewalttat kam es am Montag nahe der nordbayerischen Stadt Würzburg. Dabei griff ein 17-jähriger Afghane Fahrgäste in einem Regionalzug mit einem Messer und einem Beil an und verletzt mehrere von ihn schwer. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter mit der Extremistenmiliz Islamischer Staat sympathisierte. Er wurde von der Polizei erschossen. Ob der Jugendliche wirklich Afghane war, ist noch nicht abschließend geklärt. Die deutschen Sicherheitsbehörden sind auch wegen der jüngsten Anschläge in Frankreich und Belgien schon länger in erhöhter Alarmbereitschaft.

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